Bayern München Werder Bremen

Am 20. September 2008 schlitterte der FC Bayern München nur haarscharf an einem Debakel gegen Werder Bremen vorbei. Die Grün-Weißen demontierten über lange Strecken den Rekordmeister. Erst ein Ex-Bremer sorgte in der Schlussphase für Ergebniskosmetik. Comunio-History.

Der FC Bayern befand sich im Umbruch. Der langjährige Coach Ottmar Hitzfeld hatte die Bayern verlassen, Jürgen Klinsmann übernahm und stellte so ziemlich alles beim Rekordmeister auf den Kopf. Als am 20. September Werder Bremen in der Allianz Arena zu Gast war, passte daher längst noch nicht alles im Münchner Spiel – und wenn wir ehrlich sind, blieb das auch so bis zum Saisonende so.

Dennoch war dies keine Entschuldigung für das, was sich in der Arena ereignete. Werder kam mit einem enttäuschenden 0:0 gegen Famagusta aus der Champions League und musste zudem auf Torsten Frings, Clemens Fritz, Daniel Jensen und Hugo Almeida verzichten. Doch die Bremer wollten sich für die Blamage in der Königsklasse rehabilitieren und machten von Anfang an Druck. Es dauerte allerdings bis zur 20. Minute ehe Markus Rosenberg nach starkem Zuspiel von Mesut Özil die Führung für die Grün-Weißen markierte. Zuvor hatte Claudio Pizarro mit einem sehenswerten Lupfer nur den Pfosten getroffen.

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Bayern München, Werder Bremen

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Özils Traumtor nach der Pause

Nachdem Lukas Podolski und Luca Toni mit zwei Chancen scheiterten, erhöhte Naldo mit dem Pausenpfiff auf 2:0. Bayern-Keeper Michael Rensing ließ einen Freistoß von Diego nur abklatschen und Naldo konnte locker abstauben. Klinsmann war bereits zur Pause bedient. Er nahm die schwachen Christian Lell (-2 Punkte) und Daniel van Buyten (-6) raus und brachte Massimo Oddo und den Ex-Bremer Tim Borowski, der nach nur einer Saison in München zurück an die Weser wechselte.

Bayern München - Werder Bremen

Quelle: Comstats

 

Doch die Maßnahmen verpufften erst einmal ohne Wirkung. Zwar hatte Toni direkt nach der Pause den Anschluss auf den Fuß, aber nur Minuten später lud Bayern die Bremer dank ihrer dilettantische Abwehrleistung zum nächsten Treffer ein. Özil nagelte aus rund 18 Metern den Ball in den Knick. Nur fünf Minuten später durfte dann Pizarro an alter Wirkungsstätte einschieben. Der Peruaner, der in beiden Vereinen eine Legende ist, hob entschuldigend die Hand.

Bremer Hackenzauberei in der Arena

Rosenberg erzielte in der 67. Minute nach dem nächsten Rensing-Patzer sogar das 5:0! Fünf Tore nach einer guten Stunde! Die Bayern taumelten einem Debakel historischen Ausmaßes entgegen. Werder führte die Klinsmann-Elf im eigenen Stadion vor. Bezeichnend dafür die Szene aus der 61. Minute (siehe Video) als Özil, Diego und Rosenberg das Spielfeld mit sechs Kontakten (darunter drei Mal Hacke) überbrückten, ehe Martin Demichelis die Zauberei rustikal beendete. Özil erhielt die Note 1, Rosenberg und Diego verdienten sich eine 1,5. Insgesamt sicherten sich die Bremer starke 90 Punkte, die Bayern kassierten satte 26 Minuspunkte.

Borowski war es zu verdanken, dass das Ergebnis im Rahmen blieb. Der Mittelfeldspieler betrieb mit zwei Toren in der Schlussphase gegen die alten Kollegen noch Ergebniskosmetik. Das konnte den feuerroten Kopf von Uli Hoeneß allerdings auch nicht mehr abkühlen. Es blieb die höchste Heimniederlage seit 1979 und der Anfang vom Ende des Klinsmannschen Intermezzos. Der aktuelle Nationaltrainer der USA wurde fünf Spieltage vor Ende durch Jupp Heynckes ersetzt. Zur neuen Saison übernahm Louis van Gaal das Zepter. Für Bremen ist es bis heute der letzte Sieg gegen die Bayern.

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Autor: Marc-Oliver Robbers

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