Deutschland schlug Brasilien mit 7:1.

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Das DFB-Team trifft am Dienstag im letzten Test vor der Bekanntgabe des WM-Kaders im Mai auf Rekord-Weltmeister Brasilien. Das letzte Aufeinandertreffen beider Giganten war eine Demontage für den damaligen WM-Gastgeber Brasilien. Beim 7:1 im WM-Halbfinale war es teilweise schon unangenehm zuzuschauen…

Brasilien gegen Deutschland! Ein Aufeinandertreffen der Fußball-Schwergewichte. Auf der einen Seite der Soca Bonito, wo Fußball eher gefeiert, eher zelebriert wird. Auf der anderen Seite der kühle, taktisch perfekt organisierte und fast schon maschinell anmutenden Spiel der Deutschen.

Eine Partie gemacht für ein WM-Halbfinale, für die ganz große Bühne. Das fast schon bemerkenswerte damals an diesem 8. Juli 2014 war, dass es diese Partie bei einer WM bislang erst einmal zuvor gegeben hatte. 2002 war das, bei dem Turnier in Japan und Südkorea, als das DFB-Team im Finale den Brasilianern mit 0:2 unterlag. Oliver Kahn wird sich vermutlich noch dran erinnern.

Brasilien war vor vier Jahren eigentlich Favorit, hatten sie doch ein ganzes Land im Rücken. Allerdings verletzte sich Superstar Neymar im Viertelfinale schwer und brach sich nach einem rüden Einsteigen von Carlos Zuniga einen Wirbel. Aus der Traum vom Pokal in die Höhe recken im eigenen Land.

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Das DFB-Team, das sich mit etwas Glück (gegen Algerien im Achtelfinale) und viel Geschick (gegen Frankreich) verdient ins Halbfinale spielte, wusste, was auf im Halbfinale anstand. Elf Spieler, die getragen von einer ganzen Nation alles in die Waagschale werfen und kämpfen würden – bis zum letzten Tropfen Blut.

Das der Druck auf die Selecao unmenschlich war, sah man schon bei den Partien zuvor, als die abgebrühten Stars bei der Nationalhymne reihenweise anfingen zu heulen. So auch vor der Partie gegen das DFB-Team. Man ahnte für unsere Jungs fast schon Böses, hatten man doch 2006 schon im Halbfinale gegen Italien zu spüren bekommen, was eine emotional beflügelte Mannschaft im Leisten zu Stande ist.

Was sich dann aber in diesen 90 Minuten zwischen Brasilien und Deutschland abspielte, damit hätte wohl kein Mensch auf diesem Planeten gerechnet.

Als Toni Kroos in der 11. Minute Thomas Müller per Ecke bediente und dieser zur frühen Führung einschoss, dachte man zunächst an einen Top-Start von Deutschland.

Die Comunio-Nationalmannschaft

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Tor: Ralf Fährmann (Schalke 04, 90 Punkte)

Als Kroos wieder Müller in Szene setzte und dieser lässig auf Miro Klose ablegte, sodass der in der 23. Minute das 2:0 erzielen konnte und sich mit diesem Treffer zum besten WM-Torjäger der Geschichte (16 Treffer) aufschwang, war man fast schon aus dem Häuschen und traute seinen Augen und Ohren kaum. 2:0? Noch nicht einmal eine halbe Stunde gespielt! Was ist denn da los?

Was dann aber in der 24., 26. und 29. Minute geschah, hatte die Fußball-Welt in diesem Ausmaße noch nicht gesehen und war einem als Anhänger der DFB-Elf fast schon unangenehm. Man nahm die brasilianische Nationalmannschaft in ihrem eigenen Wohnzimmer nach Strich und Faden auseinander. Doppelpack Kroos und noch einmal Sami Khedira stellten auf 5:0 (!) zur Pause.

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Im zweiten Durchgang sorgte der eingewechselte Andre Schürrle mit einem Doppelpack (69., 79.) dafür, dass es eine richtige Klatsche wurde und man hoffte Jogis Jungs würden nicht noch ein Tor schießen oder den Gastgeber nicht noch lächerlicher machen.

Dass Oscar in der 90. Minute noch ein Tor gelang, sollte man nicht einmal unter der Kategorie „Ehrentreffer“ fahren, denn die hatte keine der Brasilianer mehr beim Stand von 0:7. Und so gab es, wie schon vor, nun auch nach dem Spiel viele Tränen, zu denen sich auch gleichzeitig geschockte Gesichter gesellten.

Brasilien gegen Deutschland. WM-Halbfinale 2014. Ein Spiel, das es so, vermutlich nicht mehr geben wird.

 

Autor: Florian Schimak

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