Müsste so langsam mal ankommen: Anthony Ujah (1.FSV Mainz 05)

Foto: © imago /Eibner
Alte und neue Hoffnungsträger, Dauerpatienten und Totalausfälle: Die Rückrunde hat schon einige Enttäuschungen hervorgebracht. Und mancherorts ist das aktuelle Sorgenkind bald vielleicht schon der letzte Strohhalm. 

Anthony Ujah (1.FSV Mainz 05, Sturm, 2 Punkte in der Rückrunde)

Sicher, er kam aus der chinesischen Super-League. Eigentlich sei er körperlich aber nicht so weit zurück. Aber natürlich, man wolle ihm Zeit geben, anzukommen. Das sagte Mainz 05-Trainer Sandro Schwarz über seinen Neuzugang Anthony Ujah in der Winterpause. Und heute, knapp zwei Monate, nachdem der Transfer festgezurrt wurde? 24 Bundesligaminuten (zwei Comunio-Punkte) stehen für den Nigerianer auf der Habenseite, nur beim desolaten Pokalauftritt der 05er in Frankfurt (0:3) durfte der Stürmer von Beginn an ran. Bei allem Verständnis, aber Ujah hat bereits drei Bundesligaspielzeiten hinter sich, eine davon bei seinem ehemaligen und aktuellen Arbeitgeber und hat bereits auf zwei Stationen bewiesen, dass er im Oberhaus Tore erzielen kann. Dafür ist der Ertrag für die inzwischen tief im Schlamassel steckenden Mainzer beeindruckend gering. Kommt Ujah nicht langsam an, ist die Rückrunde schon zur Hälfte gespielt, ohne dass er eine große Hilfe sein konnte. Ob der ehemalige Kölner und Bremer heute Abend mithelfen kann, den Abwärtstrend seines Teams zumindest zu bremsen? Zeit wird es!

Vincent Koziello (1. FC Köln, Mittelfeld, 0 Punkte)

Also so langsam… „Vincent war von Anfang an mein Wunschspieler und deshalb war klar: Wenn wir noch jemanden verpflichten, dann ihn. Er ist im Mittelfeld vielseitig einsetzbar und erweitert unsere Möglichkeiten. Es freut mich sehr, dass der Wechsel geklappt hat“, berichtete Kölns Geschäftsführer Armin Veh, nachdem man Vincent Koziello für 3,3 Millionen von OGC Nizza losgeeist hatte. Und der Spieler selbst hatte große Ambitionen: „Der FC hat sich sehr um mich bemüht. Wir haben gute Gespräche geführt, ich habe mich sofort sehr wohl gefühlt. Ich komme zu einem großen Klub in einer sehr starken Liga, habe aber natürlich den Anspruch, möglichst bald zu spielen und dazu beizutragen, dass wir unsere Ziele mit dem FC erreichen.“ Die Realität ist aktuell traurig für den knapp 1,70m großen Kreativspieler (und alle, die ihn voller Hoffnung in ihr Team geholt haben: Eine Einwechslung am vergangenen Samstag beim 2:4 gegen Eintracht Frankfurt, das war´s. Eine Bilanz, die natürlich niemanden begeistert.

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Yunus Malli (VfL Wolfsburg, Mittelfeld, 8 Punkte)

Es gab eine Phase in der Hinrunde, in der Yunus Malli endlich mal eskalierte: Vier Tore in vier Spielen und satte 42 Comunio-Punkte. Es schien an der Zeit, dass dieses wunderbare Versprechen mal eingelöst würde, das der Deutsch-Türke schon seit vielen Jahren ist. In Mainz knabbern sie heute noch am Abschied des torgefährlichen Mittelfeldspielers und es könnte sein, dass man sich mit den damals aus Wolfsburg kassierten 12,5 Millionen Euro in diesem Jahr den Abstiegskampf eingehandelt hat, weil der an guten Tagen geniale Malli nie ersetzt werden konnte. Wie gesagt, es gab da in der Hinrunde diese Tage, an denen sie in Wolfsburg dachten, dass es jetzt so richtig rund gehen würde, mit Malli als Taktgeber ihrer spannend besetzten Offensive. Falsch gedacht. Das Team von Martin Schmidt trudelt seit dem Ende der Hinrunde beständig weiter gen Abgrund und das hat auch damit zu tun, dass ihr mal genialistischer, mal phlegmatischer Spielmacher immer öfter wieder statt in die Trickkiste ins Vorratsschränkchen mit den Sedativa greift. Zwar gelang Malli in der Rückrunde schon ein Treffer, doch in den acht Spielen nach dem Zwischenhoch sprangen insgesamt nur noch sechs Pünktchen für den ehemaligen deutschen U-21-Nationalspieler raus.

Patrick Herrmann (Borussia Mönchengladbach, Mittelfeld, -4 Punkte)

Zet, mal aus dem Quark zu kommen, Patrick Herrmann! Sport Bild suggerierte im Winter, das Borussia-Eigengewächs habe die Parole „Spielen oder gehen!“ ausgegeben und mit „Spielen!“ ganz konkret die Partien vor dem Schließen des Wechselfensters gemeint. Ob sich die Geschichte in dieser Schärfe zugetragen hat, darf gerne angezweifelt werden, jedoch konnte der zweimalige Nationalspieler mit seiner Hinrunde kaum zufrieden gewesen sein. Zwar durfte der 27-Jährige immerhin zwölfmal mitkicken, davon jedoch nur viermal von Beginn an und lediglich einmal über die volle Distanz? Und in der Rückrunde? Da bekam er tatsächlich seine Spiele, viermal startete Herrmann für seine Borussia – und nutze das neu gewonnene Vertrauen von Trainer Dieter Hecking für traurige -4 Punkte. Konsequenz: Am vergangenen Wochenende war mal wieder Bankdrücken angesagt. Immerhin – aus Sicht der Spielers – konnte beim 0:1 gegen den VfB Stuttgart niemand nachhaltig für sich werben.

Marko Pjaca (FC Schalke 04, Sturm, 9 Punkte)

Es fing alles vielversprechend an in der Beziehung zwischen Schalke 04 und dem kroatischen Nationalspieler, der sich gerne noch für den kroatischen WM-Kader empfehlen möchte – und dafür auf der Bank von Juventus Turin im Winter keine Chancen mehr sah. In den ersten beiden Spielen nach der Winterpause stand der Flügelstürmer gleich auf dem Platz, im zweiten von Anfang an und sogar mit einem Torerfolg. Doch danach war es schon wieder vorbei mit der großen Herrlichkeit. Am 20. und 22. Spiel musste der 21-Jährige ganz zu schauen, dazwischen reichte es immerhin für eine späte Einwechslung. Befriedigend ist das nicht, zumal die Konkurrenz in der königsblauen Offensive mit Harit, Konoplyanka, Burgstaller, Embolo und Di Santo zahlreich ist. Gut möglich, dass hier noch der eine oder andere bittere Spieltag auf die Italien-Leihgabe wartet, die wir inzwischen schon unter den Trademinen führen.

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Autor: Till Erdenberger

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