England konsterniert, Panama feiert: Felipe Baloy erzielte gerade das 1_6

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Vergesst Neymar, vergesst Kroos, vergesst Kane – der Held dieser Weltmeisterschaft steht jetzt schon fest: Felipe Baloy hat einen ganz besonderen Moment kreiert, an den wir uns öfter mal selbst erinnern sollten.

Szene des Tages: Ein gewisser Felipe Baloy, 37-jähriger Verteidiger eines gewissen CSD Municipial aus Guatemala, erzielte gestern Nachmittag das 1:6 seiner „Canaleros“ im Spiel Panama gegen England – und stürzte nicht nur seine Mannschaft, sondern auch die mitgereisten Fans und die Daheimgebliebenen in einen Freudentaumel. Klare Sache: Das sind die ganz unzynischen Momente, die eine Weltmeisterschaft ausmachen, wo es sonst vor allem sehr, sehr viel um Druck, um bevorstehende historische Blamagen oder gerne auch auf den Rasen verlängerte Politik geht. Da ist so eine ungetrübte Freude über das erste Tor überhaupt bei einer Weltmeisterschaft einfach erfrischend. Danke Panama, danke Felipe Baloy.

Netter Versuch: Es ist zu hoffen, dass inzwischen zumindest in Portugal angekommen ist, dass der Schiedsrichter erst dann nach einem Tor wieder anpfeifen darf, wenn alle Spieler bis auf den den Anstoß ausführenden in der eigenen Hälfte befinden. Wirklich, versprochen! In Panama haben sie nun gestern nach Harry Kanes 0:2 einen Bauerntrick versucht und die „schnelle Mitte“ ausgeführt. Ball nach vorne, Anstoß, und alle Mann in Richtung Tor. War natürlich nichts – komisch.

Nicht ganz dicht: Nachdem Kolumbiens Verteidiger Carlos Sanchez im ersten Gruppenspiel gegen Japan bereits nach drei Minuten die Rote Karte sah und einen Elfmeter verursachte, der die Niederlage der Südamerikaner einleitete, erreichten den 32-Jährigen Morddrohungen. Wenig subtil wurde sein Gesicht neben dem des unglückseligen Andres Escobar, der 1994 wenige Tage nach einem Eigentor erschossen wurde.Nun zeigte Sanchez´ Mannschaft die passende Reaktion, sportlich und neben dem Feld. Das starke 3:0 über schwache Polen ebnet James, Falcao und Co. doch noch den Weg in die K.O.-Runde – und den wichtigen Sieg widmete man dem gescholtenen Mitspieler. „Wir teilen diesen Sieg mit ihm, die ganze Mannschaft fühlt mit ihm. Er macht eine harte Zeit durch“, erklärte Kolumbiens Trainer Jose Pekerman nach dem Spiel. Hoffentlich kommt die Botschaft auch in der Heimat an.

Verlässlichkeit ist Trumpf: 32 Partien sind in Russland inzwischen gespielt, der zweite Spieltag der Vorrunde ist durch – und wir haben bisher noch kein einziges torloses Unentschieden gesehen. Es gab einen Tag mit dreimal 1:0, das schon. Aber irgendwie geht immer einer rein und obendrauf gibt es dann auch gerne nochmal einen Elfmeter als Unterstützung. Und der Trend ist erfreulich: Mit jedem Spieltag werden es mehr Treffer, die wir zu sehen bekommen. Mehr Tore als gestern (14 Stück) gab es bei einer Weltmeisterschaft erst einmal an einem einzigen Tag – und das ist lange her. 1966 gab es schon einmal 16 Tore.

Davai Comunio: Geld schießt kaum Tore
Team Frankreich: Geld scheißt (k)ein(e) Tor(e)!

Rechenspiele allenthalben begleiten den zweiten Spieltag: Die ersten Teams sind raus, andere geraten gehörig ins Schwimmen - und wir beschäftigen uns mit dem Pro-Kopf-Einkommen Perus. Theoretisch.

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Nur für die Statistik: Mit den beiden Strafstößen von Harry Kane und denen von Eden Hazard und Carlos Vela wurde der Elfmeter-Counter über das Wochenende auf 16 gestellt. Und damit ist die Zahl der Vorgänger-Weltmeisterschaft bereits pulverisiert. Es ist eine Weltmeisterschaft der Superlative! Zumindest in diesem kleinen Wettbewerb innerhalb des Wettbewerbes.

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Autor: Till Erdenberger

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