Foto: © imago images / Schüler
An dieser Stelle präsentieren wir euch jede Woche einen Spieler, der noch unter dem Radar läuft und von dem in Kürze eine deutliche Marktwertsteigerung zu erwarten ist. Heute mit dem Frankfurter Stürmer Ragnar Ache.

Marktwert: 880.000
Punkte: 12
Punkte pro Spiel: 1,71

Darum wird er unterschätzt

Ragnar Ache war 2020 eigentlich als vielversprechender deutscher U21-Nationalstürmer von Sparta Rotterdam nach Frankfurt gewechselt und ist anderthalb Jahre später – so deutlich muss man das sagen – schlicht in Vergessenheit geraten. Dabei fiel er in seinem ersten Jahr nahezu durchgängig wegen einer Oberschenkelverletzung aus. 

Auch der Trainerwechsel von Adi Hütter zu Oliver Glasner stand unter keinem guten Stern: Nach den Verpflichtungen von Raphael Borre, Sam Lammers und der Rückkehr von Goncalo Paciencia schien es für den 23-Jährigen keinen Platz in der Offensive zu geben. Glasner ignorierte ihn zwischen dem 4. und 9. Spieltag komplett und nominierte ihn meist noch nicht einmal für den Spieltagskader. Nicht zuletzt aber auch, weil ihm eine Kniereizung zu schaffen machte. 


Das macht ihn so stark

Die letzten Wochen haben gezeigt, dass Ache zwar nicht zwingend ein Kandidat für die Startelf ist, aber nahezu in jeder Partie zu seinem Joker-Einsatz kommt. An den letzten vier Spieltagen wurde er immer eingewechselt, bekam an den letzten drei Spielen immer eine zweistellige Minutenanzahl und scheint in der Stürmer-Hierarchie inzwischen klar vor Sam Lammers zu sein. 

Dabei ist es vor allem die Effizienz, die Ache so interessant macht. Der gebürtige Frankfurter hat gerade einmal 79 Bundesliga-Minuten 2021/22 absolviert, dabei aber schon 12 Punkte gemacht. Das kann sich sehen lassen. Gegen Union holte er gleich vier Zähler, sorgte nach seiner Einwechslung in der Schlussphase für mächtig Alarm: Ache gab in diesen 13 Minuten noch zwei Torschussvorlagen, führte noch sieben Zweikämpfe (das machen manche Innenverteidiger in 90 Minuten) und gewann auch noch einen Großteil davon (57 Prozent). Auch mit seiner Schnelligkeit (33,0 km/h) setzte er eine Benchmark, war zweitschnellster Frankfurter auf dem Platz.

Startelf-Überraschungen Lukebakio, Andrade & Co.: Wer bleibt drin, wer muss wieder raus?
Dodi Lukebakio vom VfL Wolfsburg

Am 13. Bundesliga-Spieltag der Saison 2021/22 gab es wieder einige Überraschungen in der Startelf mancher Klubs. Wer hat Chancen, seinen Platz zu verteidigen – und für wen wird es erst einmal die einzige Nominierung bleiben?

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Dieses Potenzial hat er

Ache ist eine deutsche Sturmhoffnung, der sein wahres Potenzial bisher bei Frankfurt noch nicht zeigen konnte. Jetzt scheint die Gelegenheit aber sehr günstig, denn nach dem Abgang von Andre Silva hat sich die Eintracht im Sturm noch nicht gefunden. Sam Lammers ist bisher eine einzige Enttäuschung und auch schon von Oliver Glasner öffentlich angezählt, Raphael Borre ist zwar aktiv, aber kein großer Knipser. Goncalo Paciencia hat schwierige Jahre hinter sich und muss erst einmal wieder seine Bestform finden. 

Mit dem unbekümmerten Ache hat Glasner also eine gute Joker-Option in der Hand. Seine Torgefährlichkeit hat er schon in jungen Jahren in den Niederlanden nachgewiesen, vor allem aber macht Ache beim Olympiaturnier 2019 einen sehr guten Eindruck. Fazit: Hier gibt es erstens noch sehr viel Potenzial nach oben. Gleichzeitig ist der Spieler derzeit noch unverschämt günstig. Selbst als Joker sind Preise für einen Stürmer unter einer Million ein Schnäppchen. Lange dürfte das aber nicht mehr andauern. Spätestens, wenn Ache sein zweites Bundesliga-Tor erzielt. Das erste hatte er 2020/21 geschossen. Da wurde er auch nur 92 Minuten eingesetzt. Effizienz kann man ihm also nicht vorwerfen. 

Die Top-Elf des 13. Spieltags

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Tor: Manuel Riemann (VfL Bochum) - 10 Punkte | Foto: imago images / Sven Simon

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Autor: Karol Herrmann

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