Foto: © Borussia Dortmund

Es gibt erstaunlich viele Parallelen zwischen den Transfers von Soumaila Coulibaly und Dan-Axel Zagadou. Aber hat der Neue auch die Qualitäten von „Daxo“ oder kann er diesen gar verdrängen?

Position

Soumaila Coulibaly ist ein Innenverteidiger mit einem Gardemaß von 1,90 Metern. Der 17-Jährige hat einen starken linken Fuß, ist zweikampfstark, hat einen exzellenten Spielaufbau – gerade auch in der Vertikalen – und verfügt zudem über ein feines Füßchen.  

Bisherige Karriere

Dieser Punkt ist schnell abgehakt, denn abgesehen von ein paar Youtube-Videos gibt es nicht viele Anhaltspunkte. Coulibaly spielte die letzten drei Jahre für PSG, zuletzt als Leistungsträger in der U19. Seit die zweite Corona-Welle den Spielbetrieb der Jugend lahmlegte, durfte er aber auch vermehrt bei den Profis mittrainieren. Mit anderen Worten: Er hat noch keinerlei Erfahrung, was Pflichtspiele im Seniorenbereich anbetrifft.

Für Frankreich durfte er bereits mehrfach das Trikot diverser U-Nationalmannschaften tragen, aktuell gehört er dem Kader der U18 an.

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Einstiegsmarktwert

Für einen Dortmunder Neuzugang ist Coulibaly mit einer Million recht moderat eingefügt. Da kostet selbst ein Leonardo Balerdi, der beim BVB keine Rolle mehr spielen wird, mehr.

Situation

Abgesehen davon, dass Coulibaly noch nie im Profibereich gespielt hat, gibt es ein weiteres Problem: Im Februar hat sich der Franzose einen Kreuzbandriss zugezogen, der Genesungsprozess wird sich locker bis in den Herbst hineinziehen. Was so eine schwere Verletzung psychisch mit einem noch Minderjährigen Spieler auf dem Sprung in den Profifußball macht, ist nochmal ein ganz anderes Thema.

Dennoch hat der BVB von vorneherein klar gestellt: Coulibaly ist für den Profikader eingeplant! Nicht ausgeschlossen oder sogar sehr wahrscheinlich, dass er sich nach der Reha die Spielpraxis trotzdem erst einmal über die U19 oder die U23 holen wird.

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Coulibaly ist außerdem ein Transfer von jener Sorte, die am so schwer umkämpften Markt inzwischen einfach nötig sind. Da lohnt schon mal ein Blick aus dem Tellerrand heraus auf diverse Jugendmannschaften, bevorzugt nach Frankreich, um eben die größten Talente aufzuspüren. Auch der FC Bayern und Olympique Marseille waren an Coulibaly interessiert, der BVB weiß aber inzwischen die Talente auf seine Seite zu ziehen. Die guten Perspektiven und eben Beispiele wie Sancho, Reyna oder Zagadou beweisen, dass der Sprung vom Talent zum etablierten Spieler eines Champions-League-Teilnehmers in Schwarz-Gelb sehr schnell gelingen kann.

A propos Zagadou: Der nahm vor exakt vier Jahren einen nahezu deckungsgleichen Weg, wurde ohne ebenfalls ohne Profierfahrung von PSG verpflichtet und stand damals schon im ersten möglichen Bundesliga-Spiel unter Peter Bosz in der Startelf. Er dürfte zweifelsohne ein Mentor für Coulibaly werden, wenngleich auch früher oder später ein unmittelbarer Konkurrent.


Marktwertentwicklung

Kaum einer kennt Coulibaly, deshalb hat er in zwei Wochen auch nur rund 400.000 an Marktwert drauflegen können. Es ist klar, dass dies eine Saison zum Eingewöhnen wird. Mit Hummels, Akanji, Zagadou und sicher auch noch einem weiteren Zugang in der Innenverteidigung ist Dortmund schon mit gestandenem Personal besetzt. Dennoch: Gerade Zagadou ist extrem verletzungsanfällig, dies könnte für Coulibaly eine gute Chance sein, schon gegen Ende der Hinrunde ein paar Minuten Profiluft zu schnuppern.

Rein vom Talent her ist dann alles möglich: Der Spieler bringt alle Voraussetzungen mit, um sich grundsätzlich beim BVB, und damit auch auf internationalem Niveau zu etablieren. Nur müssen wir ihm dafür schon noch ein paar Monate Zeit einräumen ­– mindestens!

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Autor: Karol Herrmann

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