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Der Saison des BVB glich einer Achterbahnfahrt. Mit neuem Trainer und neuem Personal wollen die Schwarz-Gelben wieder ein ernsthafter Bayern-Konkurrent werden. Zu ambitioniert?

Anfang April hätte wohl jeder mit ein wenig Fußballverstand in der Birne noch abgewunken, wenn man prognostiziert hätte, dass Borussia Dortmund noch Pokalsieger werden und die Saison auf Platz drei beenden sollte. Doch die eindrucksvolle Serie zum Saisonfinish zeigt, was für eine Qualität noch immer in der Mannschaft steckt.

Eine Qualität, die auch enorm von der Performance der Schlüsselspieler wie Erling Haaland, Jadon Sancho und Marco Reus abhängt. Und dann wird es vor allem interessant sein, welches Potenzial der neue Trainer Marco Rose aus der Mannschaft kitzeln kann. Nachdem sich Edin Terzic zuletzt unsterblich gemacht hat, ist der schon so lange feststehende Trainerwechsel für viele Dortmund-Fans nun ein wenig ernüchternd, zumal Rose mit Gladbach zuletzt den Ansprüchen hinterherlief.

Das Gerüst für 2021/22

Mit Gregor Kobel gibt es auf der ewigen Problemposition im Tor ein Upgrade. Der Neuzugang vom VfB Stuttgart ist auf der Linie ähnlich stark wie Roman Bürki, dafür aber deutlich besser in Sachen Fußballspiel und Kommunikation. Die zentralen Spieler für den Unterschied bilden außerdem Hummels, Guerreiro, Reus, Sancho und Haaland.

Ob die beiden letztgenannten aber überhaupt noch Teil dieser Mannschaft sein werden, ist mehr als fraglich. Während der Verbleib von Haaland durch das Erreichen der Champions League trotz inzwischen großem Interesse des FC Chelsea noch als einigermaßen wahrscheinlich gelten kann, wird Jadon Sancho wohl kaum zu halten sein. Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis Manchester United und der BVB sich hier finanziell einigen werden, nachdem ein erstes Angebot der Engländer noch abgelehnt wurde. Ein Verkauf des Engländers dürfte aber immerhin einen dreistelligen Millionenbetrag in die Kassen spülen.

Der nächste Entwicklungsschritt ist außerdem Jude Bellingham zuzutrauen, der in seiner Debütsaison zwar schon enorm stark war, sich aber auch in den Kreis der Unersetzlichen spielen könnte. Am Scheideweg stehen hingegen Spieler wie Mo Dahoud, Thorgan Hazard oder Giovanni Reyna, für die es nun darauf ankommt, sich mit konstanteren Leistungen als zuletzt in der Stammelf zu etablieren.


Dieser Youngster könnte durchstarten

Das größte Potenzial hat nach wie vor Youssoufa Moukoko, dessen erste Auftritte als 16-Jähriger schon sehr beeindruckend waren, der dann aber jäh durch eine Verletzung ausgebremst wurde und derart in Vergessenheit geriet, dass er bisweilen nur noch zwei Millionen kostete. Nun steht er bereits wieder bei sechs. Tendenz stark steigend! Er wird sich in dieser Saison, zumindest als Edeljoker, etablieren und ist dann auch direkt ein Kandidat für die Nationalmannschaft.

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Das passiert noch auf dem Transfermarkt

Sancho wäre nicht Eins-zu-Eins zu ersetzen, für ihn müssten wohl zwei gute Außenstürmer mit Entwicklungspotenzial kommen. Die volle Ablösesumme, die er dann einspielen wird, wird auch nicht ansatzweise zu reinvestieren sein, da Dortmund durch Corona große Verluste gemacht hat und ein Teil der Summe auch an Manchester City fließt. Sollte auch Haaland den Klub noch verlassen, wird es kein einfacher Sommer für Zorc und Co. werden. Chelsea bietet im Gegenzug wohl Tammy Abraham an, der aber als Teilzeitarbeiter bei den Blues nie und nimmer 27-Tore-Haaland ersetzen kann.

Ebenso werden in der Abwehr noch Lösungen gesucht. Vor allem auf der Rechtsverteidiger-Position, wo es nach der Verletzung von Mateu Morey nur noch Thomas Meunier gibt, der bislang weit unter den Erwartungen blieb. Auch ein Innenverteidiger könnte noch kommen. Der Mainzer Jeremiah St. Juste, nach dem man die Fühler ausgestreckt hat, könnte beide Positionen spielen. Ein Abgang deutet sich außerdem bei Thomas Delaney an, der sich wohl gerne noch den Traum von der Premier League erfüllen würde.

Zugänge: Gregor Kobel (VfB Stuttgart), Soumaila Coulibaly (Paris St. Germain), Sergio Gomez (SD Huesca, Leihe endet), Jeremy Toljan (US Sassuolo, Leihe endet), Leonardo Balerdi (Leihe endet), Immanuel Pherai (PEC Zwolle, Leihe endet), Marius Wolf (1. FC Köln, Leihe endet)

Abgänge: Chris Führich (SC Paderborn, war zuvor schon ausgeliehen), Lukasz Piszczek (Karriereende)

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Autor: Karol Herrmann

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