Was wird von der Weltmeisterschaft in Brasilien bleiben? Der vierte Stern, über Bord geworfene Taktik oder vielleicht der Biss von Lius Suarez?

Der vierte Titel: Auf immer und ewig wird der vierte WM-Titel einer deutschen Nationalmannschaft mit Brasilien in Verbindung bleiben. Das legendäre 7:1 gegen den Gastgeber in Belo Horizonte, das Campo Bahia, die Pokalübergabe, die Tränen nach dem Finalsieg.

Auch über den Sport hinaus hat sich die deutsche Mannschaft von ihrer besten Seite gezeigt. Manuel Neuer und Bastian Schweinsteiger sangen und tanzten sich in die Herzen des Gastgeberlandes, auch der respektvolle Umgang mit Einheimischen und Gegnern hinterließ einen tollen Eindruck.

Wilde Spiele: Die WM wird vor allem für ihre zum Teil völlig von der Taktik losgelösten Spiele in Erinnerung bleiben. Die Verlängerung zwischen den USA und Belgien, in der drei Tore fielen und auch nach knapp 120 Minuten noch ein irrwitziges Tempo vorgelegt wurde.

Deutschlands zweites Gruppenspiel gegen Ghana im Glutofen Fortaleza, in der es nach einer knappen Stunde kein Mittelfeld mehr gab – wild, schnell, ohne Zwänge.

Oder das Achtelfinale zwischen der Selecao und Chile, das über zwei Stunden purer Leidenschaft bestand. Oder der Auftakt der Niederländer, in dem sie dem bis dato amtierenden Weltmeister fünf Stück einschenkten. Oder, oder, oder.

Lieber Bastian,...

Der Weltmeistertitel ist endlich zum vierten Mal in Deutschland! Comunioblog singt ein Loblied auf den Helden des WM-Endspiels 2014: Bastian Schweinsteiger.

weiterlesen...

Taktik: Was uns gleich zum nächsten Punkt bringt. Seit ein paar Jahren ist die Weltmeisterschaft nicht mehr die Weltmesse des Fußballs, in der neue Strömungen publikumsgerecht serviert wurden.

Durch den vollgepackten Terminkalender kommt es bei einer WM vielmehr auf die Basics an – anders als in der Champions League, die State of the art des modernen Fußballs.

In der Königsklasse gibt es komplett durchchoreographierte Auftritte, die Trainer feilen über ein Jahr an der perfekten Taktik. Diese Zeit können Joachim Löw und Co. nicht für sich beanspruchen. Doch ist es nicht irgendwie auch geil, dass der Fußball sich bei diesem Turnier von den Fesseln befreit hat und Dinge wie Einsatz, Wille und Kampf im Mittelpunkt standen?

Überraschungen: Ganz klar: Die größte Sensation war Costa Rica! Die sympathischen Mittelamerikaner stießen bis ins Viertelfinale vor, hatten auch die Niederlande am Rande einer Niederlage. In der Vorrunde überrumpelten Bryan Ruiz und Co. mit England, Uruguay und Italien gleich drei (!) Weltmeister.

Doch auch andere Teams haben überzeugt – und überrascht. Die Vereinigten Staaten, die sich unter Jürgen Klinsmann mit starker Fitness und Euphorie bis ins Achtelfinale spielten. Oder Kolumbien, das bis ins Viertelfinale vordrang und nur knapp an Brasilien scheiterte.

Goldener Ball: Lionel Messi ist also bester Spieler dieser Weltmeisterschaft. Ist ’nen Witz! Nur mal so: Manuel Neuer hat während der gesamten Weltmeisterschaft 244 Pässe gespielt, die beim eigenen Mann angekommen sind. Messi 242. Reicht, oder?

Miro Klose: Miro, Du bist ein Fußball-Gott! Mit 36 Jahren hast Du dich nochmal in eine Form gebracht, die jede Abwehr vor Probleme stellt. Zwei Treffer hast du beim Turnier erzielt und bist damit der erfolgreichste Torschütze bei Weltmeisterschaften. Vor Ronaldo, vor Gerd Müller. Danke!

Obregado: Eines zum Abschluss. Brasilien war ein toller Gastgeber. Lebensfroh, fair und gut organisiert. Obregado, Brasil!

Autor: Sebastian Schramm

Alle Beiträge von Sebastian Schramm »