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Die Gruppe F ist die Todesgruppe bei der Europameisterschaft. Mit Frankreich, Portugal und Deutschland tummeln sich die Gewinner der drei letzten großen Turniere in der Gruppe. Ist Außenseiter Ungarn das Zünglein an der Waage?

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Deutschland

Das gab es schon lange nicht mehr. Nach der Kadernominierung durch Bundestrainer Joachim Löw hielt sich die Kritik am ausgewählten Spielerpool in Grenzen. Thomas Müller und Mats Hummels feiern ihr Comeback, auch der häufig geforderte Kevin Volland ist mit dabei. „Löw-Liebling“ Julian Draxler muss dagegen zuhause bleiben. 

Jetzt gilt es für Löw eine Mannschaft zu formen, die maximal erfolgreich ist. Die nach der WM oft zitierte Entwicklung junger Spieler muss erst einmal hinten anstehen. In seinem letzten Turnier als Bundestrainer zählt für Löw nur der EM-Titel.

Luxusprobleme erwarten ihm vor allem im Mittelfeld, wo mit Joshua Kimmich, Leon Goretzka, Toni Kroos, Ilkay Gündogan und Thomas Müller fünf Weltklasse-Spieler um drei Plätze kämpfen.

Player to watch: Lukas Klostermann (3,69 Mio.). Traditionell sind die deutschen Spieler sehr teuer. Klostermann gibt es allerdings noch für einen halbwegs kleinen Taler und der Leipziger hat gute Chancen, sich einen Stammplatz auf der rechten Seite zu erkämpfen. Sein Vorteil ist dabei die Variabilität. Er kann in jedem System spielen. 

Frankreich

Der Weltmeister geht natürlich als Topfavorit ins Kontinentalturnier. Dabei hatte Nationaltrainer Didier Deschamps bei der Kadernominierung eine Überraschung parat. Karim Benzema kehrt nach 5-jähriger Verbannung ins Nationalteam zurück. Er war 2016 aufgrund einer Sexvideosaffäre um Mathieu Valbuena aus der Equipe Tricolore geflogen. 

Nun bereichert der Stürmer von Real Madrid die ohnehin schon ausgezeichnete Offensive der Franzosen. Aus der Bundesliga sind mit Kingsley Coman, Correntin Tolisso, Benjamin Pavard und Lucas Hernandez (alle FC Bayern München, sowie Marcus Thuram gleich fünf Spieler dabei. 

Mit N’Golo Kante und Olivier Giroud schmücken auch zwei frischgebackene Champions-League-Sieger den Kader. Die beiden werden gleich im ersten Gruppenspiel auf ihre drei deutschen Teamkollegen Antonio Rüdiger, Timo Werner und Kai Havertz treffen. 

Player to watch: Karim Benzema (18,5 Mio.). Der Stürmer ist natürlich schon extrem teuer, aber es wird sicher interessant zu beobachten sein, wie er sich wieder ins Team einfügt. Deschamps wird ihn sicher nicht geholt haben, um ihn auf die Bank zu setzen. 

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Portugal

Die Portugiesen setzen weiterhin auf die Überbleibsel der Goldenen Generation. Cristiano Ronaldo führt das Aufgebot des noch amtierenden Europameisters an, doch auch die Routiniers Pepe, Jose Fonte und Joao Moutinho gehören weiterhin zum Aufgebot. 

Aus der Bundesliga sind mit Raphael Guerreiro (Borussia Dortmund) und Andre Silva (Eintracht Frankfurt) zwei Spieler dabei, die sicherlich eine gewichtige Rolle in den Planungen von Nationalcoach Fernando Santos spielen werden. 

Das Prunkstück ist dabei weiterhin die Offensive, in der sich neben Ronaldo und Silva auch so klangvolle Namen wie Bernardo Silva, Diego Jota oder Joao Felix tummeln. 

Player to watch: Andre Silva (5,08 Mio.). Es ist natürlich nicht gesagt, dass der Frankfurter Stürmer einen Stammplatz haben wird, aber nach der herausragenden Saison bei der Eintracht ist er sicher nicht chancenlos in der hochkarätigen Offensivreihe. Bei dem Preis kann man es auf jeden Fall mal probieren. 

Ungarn

Gleich fünf Bundesliga-Spieler tummeln sich im Kader der Ungarn. Peter Gulacsi, Willi Orban, Dominik Szoboszlai (alle RB Leipzig), Roland Sallai (SC Freiburg) und Adam Szalai (FSV Mainz 05). Die Magyaren sind natürlich krasser Außenseiter in der Todesgruppe F. 

Und doch dürften sie das Zünglein an der Waage sein beim Kampf um die Platzierungen in der Gruppe F. Keiner der drei Großen darf sich einen Aussetzer gegen die Ungarn erlauben, ansonsten ist die Teilnahme am Achtelfinale gleich maximal gefährdet. 

Player to watch: Dominik Szoboszlai kam bei RB Leipzig aufgrund von Verletzungen noch nicht so richtig zum Zug. Die EM könnte seine Chance sein, sich Selbstvertrauen für einen neuen Anlauf zu holen. 

Prognose

Dies ist natürlich mit Abstand die schwerste Gruppe bei der EM, schließlich sind hier die letzten drei Gewinner der großen Turniere vertreten. Da entscheidet dann auch oft die Tagesform oder einfach Matchglück. Dennoch dürften die Franzosen leicht favorisiert sein und wohl als Gruppenerster in die nächste Runde einziehen.

Deutschland sollte sich Platz 2 vor den Portugiesen sichern, die wiederum hoffen müssen, sich als einer der besten Gruppendritten für die nächste Runde zu qualifizieren. 

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Autor: Marc-Oliver Robbers

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