Joshua Kimmich Pep Guardiola FC Bayern München

Der Kader des deutschen Meisters ist gespickt mit erfahrenen Spielern: Können sich Kimmich, Gaudino oder Höjbjerg trotzdem viele Minuten sichern? Ein Überblick.

Joshua Kimmich

Nicht wenige rieben sich verwundert die Augen, als der FC Bayern den Transfer des 20-Jährigen bekannt gab. Über acht Millionen Euro für einen Spieler, der noch nie in einer ersten Liga eine Partie absolviert hat?

Die Frage scheint nicht unberechtigt; allerdings kann sich die Verpflichtung zu einem echten Glücksgriff entwickeln – immerhin ist Kimmich eines der spannendsten Talente im deutschen Fußball.

Der Neu-Bayer ist ein Mann für die Zentrale: Kimmich vereint Aggressivität und spielerische Klasse, könnte somit als Bindeglied zwischen Abwehrkette und Offensivreihe fungieren. Keine schlechte Kombination – vor allem nach dem Abgang Bastian Schweinsteigers. Pep Guardiola schwärmt: „Joshua Kimmich ist ein Top-Spieler. Er wird uns in dieser Saison viel helfen.“

Aber: Ähnliche Fähigkeiten besitzt der designierte Neuzugang Arturo Vidal. Kaum vorstellbar, dass der Chilene keine zentrale Rolle im Spiel des FC Bayern einnehmen wird.

Lohnt sich also ein Transfer von Kimmich? Der 20-Jährige kostet momentan 2,3 Millionen Euro. Ein netter Preis, beim Konkurrenzkampf im Münchner Mittelfeld besteht allerdings die Möglichkeit einer Fehlinvestition.

Empfehlungen fürs Mittelfeld gefällig?

Pierre Emile Höjbjerg

Philipp Lahm – zwei Jahre Stuttgart, danach unumstrittener Stammspieler. David Alaba – sechs Monate Hoffenheim, danach unantastbare Größe im Kader des FC Bayern. Toni Kroos – 18 Monate Leverkusen, in Folge bei jedem Trainer in München gesetzt. Pierre-Emile Höjbjerg – Rückrunde 2014/15 beim FC Augsburg – nun Stammspieler?

Unbestritten: Die Zeit unter FCA-Coach Markus Weinzierl hat den jungen Dänen weitergebracht. War Höjbjerg in Vollbesitz seiner Kräfte, stand er auf dem Platz – und erhielt so jene Spielzeit, die ihm in München unter Pep Guardiola verwehrt blieb.

Doch hat sich die Situation im bayerischen Konsortium seit Januar kaum verändert. Zwar hat Schweinsteiger den Verein verlassen, doch mit Kimmich und Vidal hat Bayern gleich zweigleisig für Ersatz im Zentrum gesorgt – den überragenden Rest des Mittelfelds mal ausgeklammert.

Bliebe vielleicht ein Platz in der Dreierkette? Dort brillierte Höjbjerg im DFB-Pokalfinale 2014 gegen Borussia Dortmund. Was bleibt unterm Strich? In jedem Fall eine Unsicherheit, ob er überhaupt auf Spielzeit kommt, die Punkte für Manager abwerfen könnte. Sein Marktwert liegt zurzeit bei 2,2 Millionen Euro.

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Sinan Kurt

Wie geht es mit Sinan Kurt weiter? Das erste Jahr war schwierig. Das Wechseltheater zwischen den Bayern und Borussia Mönchengladbach; der daraus resultierende Trainingsrückstand: Kurt pendelte zwischen U-23-Einsätzen und Einheiten bei den Profis.

In der neuen Saison ist der 19-Jährige vollwertiges Mitglied der ersten Mannschaft; Spielpraxis soll es aber weiterhin vorwiegend in der Vertretung des Rekordmeisters geben. Frühestens im Winter, so berichtet die „TZ“, würde sich der Verein mit einer möglichen Leihe beschäftigen.

Comunio-Manager sind natürlich Füchse – und längst über diesen Umstand informiert. Anders lässt sich die aktuelle Comunio-Ablöse von 420.000 Euro auch nicht erklären. Aber: Würdet Ihr Euch Kurt sichern, würde er in der Bundesliga gute Chance auf Einsatzzeiten haben?

Achtung: Positionsänderungen!

Julian Green

Wie oben beschrieben: Leihgeschäfte haben beim FC Bayern schon Weltkarrieren geebnet. Im Falle Julian Green ging das mit der Leihe aber kräftig in die Hose.

Das Jahr beim Hamburger SV? Suboptimal. Nur fünf Bundesligaeinsätze, dazu Streitigkeiten mit dem Verein. Die vom FC Bayern erhoffte und gewünschte Weiterentwicklung trat nicht ein.

Und nun? Noch Anfang Juli brachte Pep Guardiola selbst eine erneute Leihe ins Gespräch. Laut eines Berichts der „TZ“ können sich die Verantwortlichen mittlerweile aber vorstellen, den US-Nationalspieler abzugeben.

Comunio-Manager sind natürlich Füchse – und längst über diesen Umstand informiert. Anders lässt sich die aktuelle Comunio-Ablöse von 410.000 Euro auch nicht erklären. Aber: Würdet Ihr Euch Green sichern, würde er in der Bundesliga gute Chance auf Einsatzzeiten haben?

Gianluca Gaudino

Immerhin: Acht Einsätze verzeichnete Gaudino in der letzten Saison, ohne vollwertiges Mitglied des Kaders zu sein. Nicht selten überzeugte der 18-Jährige mit Übersicht und Abgeklärtheit – die Bayern scheinen ein echtes Juwel in den eigenen Reihen zu haben.

Wie allerdings bei allen jungen Spielern, die das Mittelfeld ihre Heimat nennen: Es gibt Leichteres, als sich gegen Vidal, Alaba, Thiago, Alonso und Co. durchzusetzen. Gaudino schiebt dennoch keinen Frust, eine Leihe steht bislang nocht nicht im Raum.

Gaudino senior, gleichzeitig sein Berater: „Man wird sehen, welche Rolle er einnehmen wird. Wenn er bis Dezember keine Spielpraxis bekommen hat, kann man immer noch über einen Wechsel sprechen.“

By the way: Bei Comunio werden zurzeit 700.000 Euro verlangt. Zuschlagen?

Schon am Comunio zocken?

Autor: Sebastian Schramm

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