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Der 24-jährige Australier Ajdin Hrustic soll die Offensive der Eintracht beleben. Der große Durchbruch ist generell möglich, dürfte aber noch ein wenig auf sich warten lassen.

Position

Ajdin Hrustic hat beim FC Groningen zuletzt meist auf Rechtsaußen gespielt. Bei seiner Vorstellung in Frankfurt machte er aber deutlich: „Ich bin eine Nummer 10. Aber ich kann auch auf der rechten und linken Seite spielen.“ Der Linksfuß zeichnet sich in erster Linie durch eine gute Schusstechnik aus, der aber auch im Eins-gegen-Eins seine Stärken hat. 

Bisherige Karriere

Schon mit 15 Jahren zog es den Australier, dessen Eltern aus Bosnien und Rumänien stammen, nach Europa zu Austria Wien. 2012 folgte der Wechsel in die Knappenschmiede zum FC Schalke 04, wo Hristic an der Seite seines heutigen Kumpels Leroy Sane einige Spieler in der U17- und U19-Bundesliga bestritt.

Ab 2014 schnürte er dann die Stiefel für den FC Groningen in den Niederlanden. Dort kam Hrustic in den vergangenen vier Jahren bei den Profis auf 67 Einsätze in der Eredivisie. Unangefochtener Stammspieler war er aber erst 2019/20. Zu Beginn dieser Saison wurde er von Arjen Robben verdrängt. Hrustic, der neben Frankfurt auch ein Angebot des 1. FC Köln auf dem Tisch liegen hatte, durfte bereits dreimal für die Nationalmannschaft Australiens auflaufen. 

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Einstiegsmarktwert

Zwei Millionen kostete Hrustic zu Beginn. Vergleichbare Summen muss man derzeit für Mittelfeldspieler wie Thomas Delaney, Robert Andrich oder Philipp Klement hinblättern.

Situation

Hrustic hat wirklich tolle Anlagen: Seine Schusstechnik erinnert an eine Mischung aus Marco Reus und Lars Stindl. Er kann tolle Standards treten und weiß in der Offensive durchaus Spielwitz an den Tag zu legen. Dennoch dürfte es für den 24-Jährigen bei Frankfurt alles andere als einfach werden.

Fredi Bobic bremst die Erwartungen bereits jäh aus: „Wenn man in die Bundesliga kommt, ist das kein Selbstläufer, da braucht man ein bisschen Zeit – die wird er bekommen. Wir haben immer Geduld gehabt, setzen auf die Entwicklung der Spieler und wollen sie besser machen.“ Dass die Karriere Hrustic erst in der letzten Saison so richtig in Fahrt kam, ist ebenso ein Fragezeichen wie seine für einen Offensivspieler eher unspektakuläre Torqoute von nur fünf Treffern in 67 Erstligaspielen in Holland.


Auf der Zehn ist bei Frankfurt derzeit ohne Zweifel Daichi Kamada gesetzt. Der Japaner hat in der Frühphase der Saison bislang absolut überzeugen können. Eher muss sich Hrustic mit Aymen Barkok um den ersten Jokerplatz hinter Kamada duellieren. Auch dieses Duell hat er noch nicht für sich entschieden.

Als Schienenspieler, um etwa Kostic auf links oder Toure auf Rechts zu ersetzen, dürften hingegen seine Defensivqualitäten nicht ausreichen. Hrustic wäre also eher noch jemand, um nach einer Stunde noch für ein bisschen Alarm zu Sorgen, wenn es nicht so läuft. Dann könnte er natürlich auch über die beiden Flanken kommen – wenn etwa die Dreierkette aufgelöst wird. 

Marktwertentwicklung

Alles in allem darf man in naher Zukunft nicht allzu viel von dieser Personalie erwarten. Das sieht man auch an der verhältnismäßig überschaubaren Ablösesumme von einer Million Euro. Hrustic konnte zwar in seiner ersten Woche gleich eine Million damit 50 Prozent seines Marktwertes zulegen, viel Spielraum nach oben dürfte es hier aber nicht mehr geben. Nach der Länderspielpause ist Hrustic mit seinem Ausgangsmarktwert von zwei Millionen gut bedient. 

Grundsätzlich sind die Anlagen des Australiers aber sehr gut. Man muss ihn aber schon noch schleifen. Und das benötigt eben Zeit. 

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Autor: Karol Herrmann

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