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Bei Jetro Willems scheiden sich die Geister. Dass die einst so vielversprechende Karriere nun bei Fürth weitergeht, ist bezeichnend. Kann der Niederländer das Kleeblatt weiterbringen?

Position

Jetro Willems ist ein Linksverteidiger, der seine Stärken klar im Spiel nach vorne hat und deshalb idealerweise als linker Schienenspieler vor einer Dreierkette eingesetzt wird. In einer kurzen Phase seiner Karriere trat er jedoch auch als zentraler Mittelfeldspieler in Erscheinung. Das dürfte bei Fürth aber nicht in Frage kommen, auf diesem Posten ist das Kleeblatt ausreichend besetzt.

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Der neue Bielefelder Linksverteidiger ist relativ unbekannt, dabei hat der ehemalige deutsche U-Nationalspieler viel internationale Erfahrung gesammelt.

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Bisherige Karriere

Der gebürtige Rotterdamer machte schon in jungen Jahren als Riesentalent von sich Reden, nicht nur als Stammspieler von PSV Eindhoven (144 Spiele in der Eredivisie, elf Tore, dazu Dutzende Spiele im Europapokal), sondern auch 2012 als jüngster Spieler in einem EM-Turnier. Erst in diesem Sommer wurde er in dieser Statistik von Jude Bellingham eingeholt.

2017 wechselte Willems für 4,5 Millionen Euro zu Eintracht Frankfurt um Niko Kovac. Nach einer guten Anfangsphase leistete sich Willems aber auch zunehmend Fehler im Spielaufbau und im Spiel gegen den Ball. Vor allem im zweiten Jahr unter Adi Hütter stand er kaum noch in der Startelf.

Eine Leihe zu Newcastle United in die Premier League brachte die angestaubte Karriere 2019/20 aber wieder in Schwung. Willems war in England Stammkraft, bevor Anfang 2020 der nächste Nackenschlag in Form eines Kreuzbandriss kam. Davon hat sich Willems im Grunde bis heute nicht wirklich erholt. Bei Frankfurt pendelte er nach seiner Rückkehr ohne jede Einsatzminute zwischen Bank und Tribüne. Nun folgt der Wechsel nach Fürth.

Willems hat zwar 22 Länderspiele für die Niederlande absolviert, wurde aber seit 2016 nicht mehr berücksichtigt.


Einstiegsmarktwert

Willems macht bei seinem alten Frankfurter Marktwert, fast am unteren Ende bei 170.000 weiter, was die Sache enorm interessant macht.

Situation

„Ich bin sehr glücklich über diesen Transfer, das ist normalerweise ein Spieler aus einem Regal, aus dem wir uns eigentlich nicht bedienen können“, freute sich Trainer Stefan Leitl über den Transfer. Die Lage ist relativ eindeutig. Mit Luca Itter war Fürth zuvor nur einfach besetzt auf der Linksverteidiger-Position. Willems liefert sich mit Itter und keinem anderen ein Stammplatzduell. Doch trotz des größeren Namens: Gewonnen hat Willems längst noch nicht.

Zunächst einmal muss der Holländer, der anderthalb Jahre kein Pflichtspiel mehr bestritten hat und keine Vorbereitung absolviert hat, zu alter Stärke finden. Und selbst die war ja oft genug durchwachsen. Während Willems klare Defizite im Defensiv-Verhalten hat, konnte Itter in der noch jungen Saison schon mit sehr guten Zweikampfwerten glänzen. Es ist ein Duell auf Augenhöhe.

Die Top-Elf des 3. Spieltags

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Tor: Oliver Baumann (TSG Hoffenheim) - 10 Punkte | Foto: imago images / Jan Huebner

 

Marktwertentwicklung

Willems wird aufgrund seines Namens und seines zunächst sehr geringen Marktwerts stiegen. Dann hängt aber alles davon ab, ob der 27-Jährige einen Stammplatz bei Fürth hat oder nicht. Dennoch sind bei Fürther Spielern natürliche Grenzen nach oben vorhanden, die auch bei einem idealen Verlauf unter 5 Millionen liegen. Willems war außerdem nie ein Comunio-Monster. In seinen beiden bewerteten Saisons kam er auf 56 und 22 Punkte.

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Autor: Karol Herrmann

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