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An dieser Stelle präsentieren wir euch jede Woche einen Spieler, der noch unter dem Radar läuft und von dem in Kürze eine deutliche Marktwertsteigerung zu erwarten ist. Heute mit dem Leverkusener Mittelfeldjuwel Zidan Sertdemir.

Marktwert: 660.000
Punkte: 2
Punkte pro Spiel: 2,0

Darum wird er unterschätzt

Hierfür gibt es exakt zwei Gründe: Zidan Sertdemir dürfte den allermeisten Betrachtern der Bundesliga – zumindest bis zum 11. Spieltag – noch überhaupt gar kein Begriff gewesen sein. Der dänische Mittelfeldspieler mit türkischen Wurzeln tauchte dann, auch aus Personalnot, in der Endphase der Leverkusener Partie gegen Hertha BSC auf dem Rasen auf und half mit, noch den Ausgleichstreffer zu erzielen.

Dazu dürften viele den 16-Jährigen auch aufgrund seines Alters noch nicht als wirkliche Alternative für die Bundesliga begreifen. Denn: Nach dem Dortmunder Youssoufa Moukoko ist Sertdemir seit diesem Spiel der jüngste jemals eingesetzte Spieler der Bundesliga-Historie. 


Das macht ihn so stark

In diesem Vornamen schlummert schon eine Referenz auf einen der ganz Großen der Fußballgeschichte. Ob Sertdemir tatsächlich nach Zinedine Zidane benannt ist, wissen wir nicht. Um die Altersdimensionen mal zu verstehen: Als der große französische Regisseur nach dem WM-Finale 2006 die Fußballschuhe an den Nagel hängte, war Sertdemir gerade mal ein Jahr alt. 

Und dennoch bietet sich ein fußballerischer Vergleich an: Sertdemir ist Achter bzw. Zehner, der das Spiel seiner Mannschaft aus dem Mittelfeld heraus organisiert. Er spielt perfekt getimte Pässe in die Schnittstellen, die eine einzige Augenweide sind. Er ist, wie Zidane, deutlich handlungsschneller als die meisten seiner Gegenspieler, hat eine enorm gute Technik und Übersicht, vor allem bei der Ballan- und Mitnahme. Und er schließt auch selbst gerne ab. Für Leverkusens U19 kam er in sechs Einsätzen auf zwei Tore und zwei Assists. 

Sein vierminütiges Debüt brachte wenig Erkenntnis, er war schließlich nur dreimal am Ball, holte aber immerhin zwei Punkte. 

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Dieses Potenzial hat er 

Leverkusen soll in diesem Sommer an den dänischen Klub FC Nordsjaelland eine Ablöse überwiesen haben, die sich bis auf 2,5 Millionen Euro belaufen kann. Das ist für einen 16-Jährigen, der noch U17 spielen könnte, nahezu abartig hoch. „Seine Verpflichtung ist ein toller Erfolg unserer Scouting-Abteilung, die ihn schon seit etwa drei Jahren auf dem Radar hatte“, sagte Sportdirektor Simon Rolfes nach Verkündung des Transfers. Und damit ist auch klar: Leverkusen hat mit diesem Spieler noch viel vor. 

Wie schnell es gehen kann, einen Jugendlichen zum Bundesliga-Topstar zu machen, hat jüngst das Beispiel Florian Wirtz gezeigt. Und genau in jene Lücke könnte Sertdemir bei Leverkusen stoßen. Sollte Wirtz so weitermachen, wie zu Beginn der Saison, dürften sich unmoralische Angebote im nächsten Sommer aus England, Spanien oder München auf Rolfes Schreibtisch türmen. 

In der U19 ist Sertdemir seinen Mit- und Gegenspielern um ein vielfaches voraus, obwohl er auch dort zu den mit Abstand jüngsten zählt. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass Leverkusen keine U23 hat und der Übergang aus der U19 direkt zu den Profis führt. 

Ein wenig muss man die Kirche aber trotzdem noch im Dorf lassen: Gerardo Seoane sagte nach dem Debüt von Sertdemir und dem gleichaltrigen Iker Bravo am 11. Spieltag: „Es war vor der Saison nicht unser Plan, dass diese zwei Spieler schon zum Einsatz kommen. Aber wir hatten keine anderen Möglichkeiten.“ In dieser Saison wird er also wohl noch keine zentrale Rolle einnehmen, vielleicht hier und da mal als Joker auftauchen. Denn vor allem körperlich muss er noch aufholen.

Für alle Manager, die Spieler in die neue Saison mitnehmen können, ist diese Personalie aber enorm interessant. Ab 2022/23 könnte Sertdemir schon zum Profikader gehören. Spielerisch ist er locker schon jetzt auf dem Niveau, um in der Bundesliga mitzuhalten. Die Anlagen versprechen aber noch so viel mehr. Wer ihn jetzt als Geheimtipp für unter einer Million verpflichten kann, hat langfristig die Chance auf einen Millionengewinn im hohen einstelligen Bereich.

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Autor: Karol Herrmann

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