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Mit Valentino Lazaro bekommt nicht nur die Bundesliga einen alten Bekannten, sondern auch Marco Rose. Aber ist der Österreicher überhaupt noch so gut wie zu Berliner Zeiten?


 

Position

Valentino Lazaro ist ein flexibler Mann für die rechte Seite. Im letzten Jahr meist als rechter Mittelfeldspieler vor einer Dreierkette eingesetzt, sieht er selbst seine Lieblingsposition auf Rechtsaußen. Bei seiner bisher erfolgreichsten Zeit bei Hertha machte er aber auch oft genug als Rechtsverteidiger auf sich aufmerksam. Zur Not kann er aber auch auf dem linken Flügel agieren, um dann nach innen zu ziehen und mit seinem starken Rechten abzuziehen. Trainer Marco Rose sagt: „Bis auf Innenverteidiger traue ich ihm alles zu.“


Bisherige Karriere

Lazaro hat schon als junger Spieler den Durchbruch bei RB Salzburg in Österreich geschafft. Nachdem er sich spätestens 2014 als dort etabliert hatte und im selben Jahr auch erstmals für die A-Nationalmannschaft Österreichs nominiert worden war, wechselte er schließlich 2017 zu Hertha BSC. Die zwei Jahre in der Hauptstadt dürften viele noch gut in Erinnerung haben.

Vor allem 2018/19 gab Lazaro Vollgas und holte für seine Comunio-Manager stolze 110 Punkte. Trotz dieser Leistung (fünf Tore und zwölf Vorlagen in 57 Bundesliga-Spielen) war so mancher erstaunt, dass Inter Mailand im letzten Sommer bereit war, 22 Millionen Euro Ablöse auf den Tisch zu legen.

Gelohnt hat ich das für die Italiener kaum. Nach nur drei Startelf-Einsätzen flüchtete Lazaro bereits im Winter leihweise auf die Insel zu Newcastle United. Dort kam er zwar zu deutlich mehr Einsatzzeit (13 Premier-League-Spiele), war vor allem aber nach der Corona-Pause fast nur noch Joker. Nun hat Gladbach die Chance, die Leihgabe im nächsten Sommer für 13 Millionen fest zu verpflichten. 

Einstiegsmarktwert

Acht Millionen. Damit steuert Lazaro bereits schrammen Schrittes auf die Top-10 der teuersten Mittelfeldspieler zu und hat nach Marktwert bereits Granden wie Axel Witsel, Kevin Kampl oder Maximilian Arnold hinter sich gelassen. Bei Gladbach kann ihm aktuell nur noch das Sturm-Duo Plea/Thuram Paroli bieten. 

Situation

Lazaro hat einen entscheidenden Vorteil. Er und Trainer Marco Rose kennen sich seit Jahren. Als Lazaro bei RB Salzburg seinen Durchbruch schaffte, war Rose dort Jugendtrainer. Als Rose Anfang 2017 die Senioren übernahm, war Lazaro bei der Champions-League-Qualifikation und im Pokal noch für ein paar Wochen sein Schützling, ehe es zur Hertha ging. Das bringt ihm einen entscheidenden Vorteil, den bereits die ehemaligen Rose-Spieler Hannes Wolf und Stefan Lainer genießen. 

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Aber wo wird Lazaro wohl vornehmlich eingesetzt? Links hinten dürfte Lainer gesetzt sein, auch das Mittelfeld und der Angriff sind bei Gladbach stark besetzt. Am wahrscheinlichsten ist wohl die Position Rechtsaußen. Alassane Plea und Marcus Thuram gehen angeschlagen in die Runde. Spieler wie Patrick Herrmann und Ibrahima Traore gehören trotz gelegentlicher Glanzlichter eher zu den Auslaufmodellen. Und vor allem die hohe Spielfrequenz mit drei Wettbewerben dürfte dafür sogen, dass Lazaro viel Spielzeit bekommt – wenn auch nur als Joker. Kann er seine alte Herthaner Form wiederfinden, ist aber auch ein Stammplatz möglich. 

Marktwertpotenzial

Schnell konnte Lazaro in den ersten Tagen 1,5 Millionen zulegen. Noch lohnt es sich, auf Marktwertniveau zuzuschlagen, lange dürfte das aber nicht mehr gut gehen. Lazaro wird zum Saisonstart viele Millionen einbüßen. Ein zweistellige Marktwert ist auf Dauer völlig utopisch, selbst, wenn er verhältnismäßig gut einschlägt. Für diesen Preis gibt es aktuell deutlich interessantere Mittelfeldspieler. Wer nur auf Gewinnmaximierung aus ist, sollte sich beeilen und die Marktwertentwicklung streng im Auge behalten. 

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Autor: Karol Herrmann

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