Die Neuzugänge überzeugen noch nicht beim HSV

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Die Erwartungshaltung beim Hamburger SV war vor der Saison so groß wie lange nicht, was vor allem an den prominenten Neuzugängen des HSV lag. Doch nach zwei Spieltagen hat der Hamburger SV schon wieder diverse Probleme, vor allem in der Zentrale hakt es an der Elbe extrem – doch nicht nur da.

Was war die Vorfreude beim HSV auf die neue Saison groß. Erstmals nach zwei Jahren Rettung in der Relegation und somit in allerletzter Sekunde stabilisierte sich die Hamburger unter Bruno Labbadia und hatten mit dem Abstiegskampf nichts zu tun.

Außerdem machte Mäzen oder Gönner Klaus-Michael Kühne ordentlich die Geldbeutel auf, sodass Sportvorstand Dietmar Beiersdorfer und Coach Labbadia dem Kader mehr als nur ein Feintuning verpassten. So wurde Alen Halilovic vom FC Barcelona für 5 Millionen, Filip Kostic vom VfB Stuttgart für schlanke 14 Millionen und der brasilianische Linksverteidiger Douglas Santos für 7,5 Millionen von Atletico Mineiro geholt.

Also eigentlich war alles angerichtet für einen ordentlichen Saisonauftakt. Zumal mit dem FC Ingolstadt ein Gegner kam, der nicht für wenige Experten zu den ersten Abstiegskandidaten zählt. Ein mageres 1:1 gab’s gegen den FCI, ehe man am 2. Spieltag gegen Bayer Leverkusen dank des überragenden „Finnishers“ Joel Pohjanpalo mit 3:1 verlor.

Labbadia reagiert schmallippig

Nun ist das Geschrei an der Elbe wieder groß. Kühne bezweifelt, dass Labbadia der richtige Mann sei und findet es generell nicht gut, dass der vermeintliche Königstransfer Halilovic noch keine tragende Rolle beim HSV spielt. Man könnte fast meinen, es ist wo wie immer. Zumal Labbadia inzwischen recht schmallippig auf die Kritik von Kühne an seiner Person reagiert: „Ich brauche nicht jede Woche darauf antworten, das habe ich am Donnerstag getan.“

Kostic und Halilovic zünden nicht! Dem HSV droht ein Fehlstart
Die Neuzugänge überzeugen noch nicht beim HSV

Die Erwartungshaltung beim HSV war riesig - auch wegen Kostic und Halilovic, die bislang aber noch nicht begeistern können. Allerdings ist das nicht das einzige Problem an der Elbe.

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Der HSV spielt jetzt am Wochenende zu Hause gegen RB Leipzig, reist in der englischen Woche nach Freiburg, ehe der FC Bayern zu Gast ist – ein Programm, das durchaus seine Tücken hat.

Doch woher rühren die vielen Probleme, die der HSV in der noch extrem jungen Saison hat? Sie sind zu allererst einmal personelle Natur. Vor allem in der Zentrale musste Labbadia in der Vorbereitung auf wichtige Spieler verzichten. So fehlte Lewis Holtby aufgrund eines Schlüsselbeinbruchs mehrere Wochen. Klar, dass der ehemalige Kapitän der U21-Nationalmannschaft zum Saisonstart nicht auf der Höhe sein kann.

Außerdem hatte auch Abwehrroutinier Emir Spahic Verletzungsprobleme, so dass der nicht bei 100 Prozent ist. Ebenso Alvin Ekdal, der nach wenigen Trainingseinheiten am Wochenende gegen Leverkusen den ausgelaugten Holtby ersetzen musste und zeigte, dass er eigentlich noch keine wirkliche Alternative gewesen ist.

„Es wird noch etwas dauern, bis ich bei 100 Prozent bin“, sagte Ekdal nach dem Spiel in Leverkusen. Zu allem Überfluss musste am vergangenen Samstag auch noch Kapitän Johan Djourou passen, so dass die Labbadia-Elf fast die komplette zentrale Achse entweder fehlte oder nicht einmal im Ansatz im Vollbesitz seiner Kräfte war. So war es gegen Bayer schwer, etwas zu holen, auch wenn der HSV bis zur 79. Minute kein schlechtes Spiel machte.

Halilovic und Kostic zünden noch nicht

Am Ende steht man dennoch mit nur einem Punkt aus zwei Spielen da. Die hochgelobten Neuzugänge Halilovic (2 Punkte) und Kostic (2 Punkte) spielte bislang noch nicht die erhoffte Rolle, einzig Bobby Wood überzeugte (14 Punkte).

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Was also gibt kurzfristig Hoffnung? Auf dem ersten Blick wenig. Die Doppelsechs mit Holtby und Aaron Hunt (4 Punkte) funktioniert noch nicht reibungslos. Vielleicht wird Wood der neue Hoffnungsschimmer? Der US-Boy, der von Union Berlin zum HSV wechselte traf bislang in beiden Spiel und harmonierte mit Michael Gregoritsch als Zehner ordentlich. Außerdem weiß man ja eigentlich um die Klasse von Kostic und Halilovic, einzig sie müssen sie nun einmal abrufen. Im Umfeld fordern auch immer mehr den Einsatz von Douglas Santos. Möglich, dass Labbadia ihn am Wochenende bringt.

Ansonsten droht den Hamburgern und Labbadia in den nächsten Wochen richtig Ärger. Daher fordert der Coach nun vor dem Auftakt in die Woche mit drei Spielen: „Wir müssen jetzt da sein!“

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Autor: Florian Schimak

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