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Mit Alexander Sörloth hat RB Leipzig nun endlich seinen Königstransfer, der nicht weniger als Timo Werner beerben soll. Der Norweger ist ein gänzlich anderer Spielertyp, aber dennoch kann er das schaffen.

Position

Alexander Sörloth ist mit seinen 1,94 Metern ein klassischer Neuner, der seine großen Stärken im Strafraum hat. Besonders das Kopfballspiel zeichnet den 24-Jährigen aus. Trotzdem ist er für seine Größe außerordentlich schnell und kam in den letzten Jahren auch immer wieder auf den offensiven Flügelpositionen zum Einsatz.

Obwohl er von der Statur also eine wesentlich imposantere Erscheinung ist als Werner, passt er deshalb gut in das Leipziger Konzept der Überfallartigen Konterangriffe. Sörtloth überzeugt sowohl im Torabschluss als auch beim Bedienen seiner Nebenleute und ist nur schwer vom Ball zu trennen. Darüberhinaus ist er ein guter Pressingspieler und beidfüßig. Insgesamt könnte man sagen: Ein sehr kompletter Stürmer. 

Bisherige Karriere

Trotz seiner erst 24 Jahre war Sörloth in den letzten Jahren ein richtiger Wandervogel, was auch bedeutet, dass seine Leistungen nicht immer konstant waren. Seine Karriere glich bislang eher einer Achterbahnfahrt.

Doch von vorne: Sörloth debütierte bereits mit 17 Jahren mit dem norwegischen Rekordmeister Rosenborg Trondheim in der Europa League und traf gleich bei seinem Debüt. Wirklich durchsetzen konnte er sich bei seinem Jugendklub aber nicht, erst eine Leihe zum Ligakonkurrenten FK Bodo/Glimt brachte ihm 2015 mit 13 Saisontoren einen ersten Durchbruch. 

Prompt wechselte Sörloth in die niederländische Eredivisie zum FC Groningen, wo er jedoch enttäuschte und nur ein Jahr später beim dänischen Europa-League-Aspiranten Midtjylland anheuerte. Zehn Tore und acht Vorlagen machten ihn direkt zum Objekt der Begierde in der Premier League. Neun Millionen Euro überwies Crystal Palace 2018 an die Dänen. Doch auch im Süden Londons konnte Sörloth nicht zünden. 16 meist Kurzeinsätze in anderthalb Jahren – und schon war das Kapitel England vorerst beendet. Für ein halbes Jahr ging es auf Leihbasis nach Belgien zum KAA Gent, wo er ein insgesamt überzeugendes Halbjahr spielte, danach aber erneut auf Leihbasis weiterzog. 

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Diesmal in die Türkei zu Trabzonbspor. Hier gelang ihm ab Sommer 2019 der endgültige Durchbruch zum internationalen Top-Stürmer. In allen 34 Partien stand Sörloth in der Startelf und wurde am Ende mit 24 Treffern nicht nur Vizemeister, sonder auch türkischer Torschützenkönig in Liga und Pokal (hier sieben weitere Treffer). 

International kann Sörloth auf die Erfahrung von nunmehr 18 Europa-League-Spielen blicken, in denen er sieben Mal traf. In Norwegen ist Sörloth längst Nationalspieler und bildete zuletzt ein enorm starkes Duo mit Dortmunds Erling Haaland. Hier hat er in 24 Länderspielen acht Mal getroffen. 

Einstiegsmarktwert

Mit stolzen zehn Millionen startet Sörloth bei Comunio. Das ist zugegebenermaßen noch im Rahmen. Stürmer wie Max Kruse, Wout Weghorst und sogar der noch nicht einmal spielberechtigte Youssoufa Moukoko sind aktuell sogar noch etwas teurer. 

Situation

Sörloth ist ohne Zweifel der große Name, den man sich in Leipzig gewünscht hat. Natürlich wird man ihm – zumindest öffentlich – nicht zumuten wollen, das Loch zu stopfen, das Timo Werner hinterlassen hat. Grundsätzlich ist Sörloth aber in der Lage, das zu tun. Er kennt inzwischen sechs europäische Ligen und ist mit 24 Jahren sogar noch entwicklungsfähig. Julian Nagelsmann dürfte den zuletzt ohnehin sehr eindrucksvollen Stürmer noch einmal stärker machen.

Im Leipziger Sturm wird er die klare Nummer eins sein, weil er eine ähnliche Physis an den Tag legt wie Yussuf Poulsen, aber deutlich torgefährlicher ist als der Däne. Und auch den Vergleich mit Lee Chan Hwang dürfte er klar für sich entscheiden. Die Formschwankungen seiner früheren Karriere scheinen seit geraumer Zeit vorbei. Es steht außer Frage, dass Sörloth, der in seiner Karriere übrigens nahezu verletzungsfrei geblieben ist, Leipzig sofort besser machen kann. 


Marktwertpotenzial

Sörloth reiht sich locker in die Bundesliga-Königstranfers dieser Sommerperiode vom Schlag Sane/Bellingham ein. Das wird man auch bei der Marktwertentwicklung merken. Ein kleiner Hype wird entstehen, der zwar nicht so groß wie vor Saisonbeginn ausfallen wird, aber dennoch locker an die 20 Millionen herankommen dürfte.

Das sollte aber nicht nur Spekulanten auf den Plan rufen. Sörloth hat das Potenzial, ein richtiges Punktemonster zu werden. 266 Zähler standen bei ihm in der letzten Saison beim türkischen Comunio-Ableger zu Buche. Mal zum Vergleich: Timo Werner schaffte 2019/20 263 Zähler in der Bundesliga. Der Werner-Ersatz ist also da und er wird seinen Managern mutmaßlich sehr viel Freude bescheren. 

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Autor: Karol Herrmann

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