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Nicht jeden Tag wechseln Spieler von Atletico Madrid nach Leverkusen. Aber ist der 53-fache kolumbianische Nationalspieler Santiago Arias bei der Werkself überhaupt gesetzt?

Position

Santiago Arias ist der Inbegriff eines Rechtsverteidigers. Der 28-Jährige fühlt sich am wohlsten als rechtes Glied einer Viererkette, könnte dank seines Offensivdrangs aber auch problemlos als rechter Schienenspieler im Mittelfeld agieren. Der 1,77 Meter große Kolumbianer gilt als schnell, zweikampfstark und überzeugt vor allem mit Flanken. 

Bisherige Karriere

Schon als Minderjähriger debütierte Arias für CD La Equidad Seguros in der ersten kolumbianischen Liga. Zwar kam das Talent dort nur sehr unregelmäßig zum Zug, seine Leistungen bei der U20-WM mit Kolumbien im Jahr 2011 brachten ihm jedoch direkt einen Vertrag bei Sporting Lissabon ein. Aber auch in zwei Jahren Portugal wollte der Durchbruch nicht gelingen, Arias spielte zumeist für die Reserve. 

2013 folgte der Wechsel zur PSV Eindhoven in die niederländische Eredivisie. Nach kurzer Anlaufzeit war Arias schnell Stammkraft, wurde dreimal niederländischer Meister und zweimal Pokalsieger. Nach 136 Ligaspielen, wo er neun Tore erzielte und 15 weitere vorbereitete, war es 2018 an der Zeit, den nächsten Schritt zu gehen und Arias heuerte beim frisch gebackenen Europa-League-Sieger Atletico Madrid an. 

Nachdem er in der ersten Saison noch Stammkraft war, wurde er 2019/20 von Kieran Tripper verdrängt und kam nur noch auf 14 Einsätze. Dennoch liest sich die Vita des 28-Jährigen eindrucksvoll: Zur Erfahrung von 16 Champions-League-Partien und 13 Europa-League-Spielen gesellen sich auch noch 53 Einsätze für die kolumbianische Nationalelf, wobei Arias sowohl bei der WM 2014 als auch 2018 zum Stammpersonal gehörte. 

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Einstiegsmarktwert

Vier Millionen ist ein Preis, den man aktuell für Abwehrspieler vom Format Dedryck Boyata oder Manuel Akanji hinblättern muss. Bei Leverkusen ist Arias nach dem Quartett um Patrik Schick, Kerem Demirbay, Moussa Diaby und Florian Wirtz bereits der teuerste Spieler. 

Situation

Ein toller Transfer, so könnte man denken. Ganz so einfach wird es für den Kolumbianer aber nicht. Und das deuten bereits die Aussagen von Rudi Völler an: „Wegen der hohen Belastung in den vielen uns bevorstehenden englischen Wochen war dieser Transfer wichtig für die Statik unserer Mannschaft.“ Oder mit anderen Worten: Mit Arias soll die Qualität in der Breite erhöht werden. Das bedeutet aber noch nicht, dass Arias ein Dauerkandidat für die erste Elf wird, schließlich wird Kapitän Lars Bender, auch wenn der ein gelernter Sechser ist, seinen Platz hinten rechts nicht kampflos abgeben. Im Gegenteil: Ein fitter Lars Bender spielt eigentlich immer.

Nun ist eine Saison ohne Verletzungssorgen bei Lars Bender eher selten, was wiederum Arias in die Karten spielen dürfte. Auch ist er mit seiner Schnelligkeit und seinen Flankenläufen ein ganz anderer Spielertyp als der eigentlich positionsfremde Bender. Immerhin: Den Konkurrenzkampf gegen einen weiteren Rechtsverteidiger, Mitchell Weiser, dürfte Arias bereits jetzt für sich entschieden haben. Weiser schaffte es an den ersten beiden Spieltagen noch nicht einmal mehr in den 20er-Kader. 


Marktwertentwicklung

Nach vier Tagen hatte Arias bereits 1,2 Millionen und damit mehr rund 30 Prozent seines ursprünglichen Marktwerts zugelegt. Das wundert nicht besonders bei der Vita des Kolumbianers. Zum Wochenende könnte aber schon wieder Ernüchterung einkehren, sollte sich der Rechtsverteidiger gegen Stuttgart nicht in der Startelf wiederfinden. 

Nur bei regelmäßigen Einsätzen kann er einen Marktwert jenseits der drei Millionen halten. Viel wahrscheinlicher ist es, dass sich der vielversprechende Neuzugang aber nach einem kurzen Sinkflug irgendwo zwischen zwei und vier Millionen einpendelt. 

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Autor: Karol Herrmann

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