Foto: © imago images / Herbert Bucco
Der Aufsteiger sah lange aus wie ein sicherer Absteiger, dann begann auf einmal im Endspurt das große Punktesammeln. Zwei Neuzugänge könnten dabei helfen, den Effzeh tatsächlich über dem Strich zu halten.
Kaderwert: 51.450.000
Kaderpunkte: 517
Comunio-Platzierung: 16
Bester Spieler: Jonas Hector (66 Punkte)
Die Situation
Der 1. FC Köln vermieste sich die schnelle Rückkehr ins Oberhaus mit einem ganz schwachen Start, fünf Niederlagen setzte es in den ersten sechs Partien. Nach dem 14. Spieltag standen nur acht Punkte auf der Habensseite. Kennzahlen eines sicheren Absteigers. Der hochgehandelte Sturm mit Simon Terodde, Jhon Cordoba und Anthony Modeste brachte lange gar nichts auf den Rasen, obwohl jeder mal in jeder erdenklichen Konstellation ran durfte.
Weniger als ein Tor pro Spiel brachte man im Schnitt zustande, bevor nach elf Spielen Trainer Achim Beierlorzer gehen musste. Danach wurde es besser, unter Nachfolger Markus Gisdol stieg der Schnitt auf 1,5 Treffer pro Partie – besonders Cordoba machte sich um die Quote verdient, der Kolumbianer traf in den letzten vier Heimspielen jeweils einmal.
Zu einem positiven Faktor wurde auch wieder Timo Horn. Der ehemalige Fast-Nationaltorwart hatte schon in der Zweitligasaison des Clubs seine einstige Souveränität eingebüßt, die ihn zusammen mit seinen Blitzreaktionen auf der Linie an die Pforte von Jogis Truppe geführt hatte.
Diese Schwäche konnte das Vereinsidol in die neue Saison „retten“ und war lange nicht der Rückhalt, den ein Aufsteiger für den Klassenerhalt braucht. Entsprechend „sammelte“ der 22-Jährige in den ersten zwölf Spielen -1 Punkt. Nach dem Trainerwechsel zu Markus Gisdol stabilisierte sich Horn aber mit der gesamten Defensive und schaufelte in den letzten fünf Partien vor der Pause noch satte 19 Punkte auf sein Konto.
Das ist auch ein Verdienst Gisdols, unter dem der Aufsteiger etwas defensiver agiert. Unter dem ehemaligen HSV-Coach mauserte sich auch Nationalspieler Jonas Hector als eine Hälfte der Doppel-Sechs zu einem stabilisierenden Faktor des Effzeh-Spiels. Der ehemalige Linksverteidiger agiert in der Regel noch vor seinem Partner Ellyes Skhiri und schwang sich zum Strategen auf. Das Mittelfeld der Kölner schaffte es in den letzten Spielen vor der Winterpause deutlich besser, Angriff und Defensive auszubalancieren, als zu Saisonbeginn. Daran haben auch die beiden Neuentdeckungen Jan Thielmann und Ismail Jakobs ihren Anteil, die sich auf den Außenbahnen überraschend viel Spielzeit erkämpfen konnten. Besonders Jakobs könnte eine spannende Rückrunde vor sich haben.
Aber ganz vorne, da haben sie das Vertrauen in ihr vor Saisonbeginn so hochgehandeltes Sturmtrio verloren – und deshalb Mark Uth verpflichtet. Der Angreifer, der schon in der Jugend für den Effzeh gespielt hatte, kommt vom FC Schalke 04 zurück und soll sich – wohl zusammen mit dem erstmal gesetzten Cordoba – um die für den weiteren Aufschwung benötigten Tore zu sorgen.
































