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Bayer Leverkusen muss schon noch auf dem Transfermarkt aktiv werden, um die einstigen Schlüsselspieler Kai Havertz und Kevin Volland zu ersetzen. Denn: die Ziele sind nach wie vor hoch. Die Comunio-Saisonvorschau der Werkself.

Kaderwert: 98.080.000
Comunio-Platzierung: 5.
Bester Spieler der Vorsaison: Kai Havertz (144 Punkte)

Die Situation

Ein wenig Sand war schon im Getriebe, als Peter Bosz im vergangenen Sommer in seine erste volle Saison als Bayer-Coach ging. Trotz der Vielzahl hoch veranlagter Spieler fand sich die Werkself nach zehn Spieltagen in der zweiten Tabellenhälfte wieder. Weit unter Anspruch.

Erst um den Jahreswechsel entfaltete die Mannschaft dann ihr volles Potenzial, was unter anderem auch daran lag, dass Top-Spieler Kai Havertz endlich wieder in seine gewohnte Form fand. Dass es am Ende nur für Platz fünf reichte, und man die Champions League knapp verpasste, wäre mit einem besseren Start in die Runde sicherlich vermeidbar gewesen.


Doch nun droht eine Zäsur. Mit Kai Havertz und Kevin Volland verlassen zwei Schlüsselspieler der letzten Jahre den Verein. Beide kamen 2019/20 alleine in der Liga auf sagenhafte 35 Scorerpunkte. Während der Abgang Havertz‘ zum FC Chelsea sich schon lange angedeutet hatte und mindestens 80 Millionen Euro in die Vereinskasse spült, kam Vollands Wechsel zur AS Monaco dann doch eher überraschend. Letztlich sollen absurd hohe Gehaltsvorstellungen des Mittelstürmers einer weiteren Zusammenarbeit im Wege gestanden haben.

Immerhin gibt es für Volland direkt einen adäquaten Nachfolger. Im Rennen um Patrik Schick konnte man RB Leipzig ausstechen und überwies 26 Millionen an dessen Stammverein AS Rom. Was Schick drauf hat, konnte er im letzten Jahr bei Leipzig oft genug nachweisen. 10 Tore in 22 Spielen und 96 Comunio-Punkte bei einem Schnitt von 4,36 machen den Tschechen zu einer hoch interessanten Personalie.

Aber wer ersetzt jetzt den so kongenialen Kai Havertz? Logisch, dass noch jemand kommen wird, doch eines machte Sportchef Rudi Völler bereits klar: Die vollen Transfereinnahmen für Havertz werden in keinem Fall reinvestiert. Schließlich hat auch Bayer an der Corona-Krise zu knabbern gehabt. Stand jetzt, so Völler, soll der Havertz-Abgang auf mehrere Schultern verteilt werden: „2019 haben wir unter anderem Kerem Demirbay und Nadiem Amiri verpflichtet – beides technisch starke Spieler, die aber noch Luft nach oben haben und das beweisen werden“. Aber auch Youngster Florian Wirtz nennt Völler in diesem Zusammenhang.

Am Ende bleiben die Ziele trotzdem forsch: „Die Bayern sind das Nonplusultra“, sagt Völler. „Danach kommt Dortmund. Dahinter sehen wir uns mit drei, vier anderen Teams. Wir wollen wieder in die Champions League.“

Comunios Player to watch

Exequiel Palacios. Der Argentinier musste sich erst einmal akklimatisieren und kam im ersten Halbjahr kaum zum Zug (drei Bundesliga-Einsätze). Fakt ist aber auch, dass Palacios zu den größten Talenten in seinem Heimatland zählt. Nicht umsonst hat Leverkusen im Januar 17 Millionen Euro an River Plate überwiesen. Palacios hat auf seiner Position im zentralen defensiven Mittelfeld zwar viele Mitkonkurrenten um einen Stammplatz, in jedem Fall wird er aber eine deutlich bedeutendere Rolle einnehmen als zuletzt. Rund 3,5 Millionen müssen Comunio-Manager derzeit für den 21-Jährigen investieren.

Youngster to watch

Florian Wirtz. Der Aufstieg von der Kölner B-Jugend bis in die Bundesliga binnen weniger Monate inklusive Traumtor gegen Bayern war schon beeindruckend. Der 17-Jährige bringt zumindest alle Anlagen mit, die ein ganz großer Fußballspieler braucht. Rudi Völler lobt: „Gerade seine Ballan- und -mitnahme mit dem direkten Zug nach vorn ist beeindruckend. Er braucht sich dafür nicht dreimal um die eigene Achse zu drehen, wie man es oft in Bundesligaspielen sieht.“ Im DFB-Pokal deutete Wirtz, der ähnlich wie Havertz auf der Acht, der Zehn oder den offensiven Außenpositionen spielen kann, gleich an, dass ihm eine zentrale Rolle zuzutrauen ist. Peter Bosz sagte hinterher: „Für mich war er der beste Spieler“. Eines ist recht sicher: Es handelt sich dabei um eine der spannendsten Personalien in der kommenden Bundesliga-Saison.

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Prognose

Leverkusen spielt zwischen Platz drei und fünf um den Einzug in die Champions League. Dabei wird es vor allem darum gehen, Gladbach und Leipzig hinter sich zu lassen. Kein leichtes Unterfangen, aber in jedem Fall möglich.

Bisherige Transferaktivitäten

Zugänge: Patrik Schick (AS Rom), Lennart Grill (1. FC Kaiserslautern), Tin Jedvaj (FC Augsburg, Leihe beendet), Joel Pohjanpalo (Hamburger SV, Leihe beendet), Panagiotis Retsos (Sheffield United, Leihe beendet)

Abgänge: Kevin Volland (AS Monaco), Ayman Azhil (RKC Waalwijk, Leihe), Adrian Stanilewicz (SV Darmstadt 98), Ramazan Özcan (Karriereende), Kai Havertz (FC Chelsea)

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Autor: Karol Herrmann

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