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Der FC Augsburg hat früh in dieser Saison Nägel mit Köpfen gemacht. Die Neuzugänge Daniel Caligiuri, Tobias Strobl und Rafal Gikiewicz ließen nicht nur aufhorchen, sondern bringen auch die Erfahrung von 485 Bundesliga-Spielen mit. Reicht das aus, um den Klassenerhalt diesmal früher zu schaffen?

Kaderwert: 49.710.000
Comunio-Platzierung: 18
Bester Spieler der Vorsaison: Philipp Max (152 Punkte)

Die Situation

Als der FC Augsburg 2011 erstmals in die Bundesliga aufstieg, hätte wohl kaum jemand zu träumen gewagt, dass der Klub 2020 bereits in seine zehnte Erstliga-Saison gehen würde. Die Fuggerstädter haben sich – mal mehr, mal weniger gut – im grauen Mittelfeld der Beletage des deutschen Fußballs etabliert.


Zuletzt kamen die Einschüsse jedoch ein bisschen näher. Sowohl 2018/19 als auch in der letzten Saison beendete man dem 34. Spieltag denkbar knapp über dem Strich auf Platz 15. Grund genug, um der Mannschaft ein neues Gesicht zu geben. Die Transfers lassen vor allem einen Schluss zu: Mit viel Erfahrung soll der Klassenerhalt 2020/21 deutlich früher unter Dach und Fach gebracht werden.

Und so sorgten die früh verkündeten Transfers von Daniel Caligiuri, Tobias Strobl und Rafal Gikiewicz durchaus für Erstaunen – im positiven Sinne. Caligiuri war bis zum letzten Tage immerhin noch ein entscheidender Leistungsträger auf Schalke, Strobl hatte bei Gladbach – sofern er denn fit war – zumeist einen Stammplatz sicher und Gikiewicz war in der letzten Spielzeit bei Union immerhin einer der konstantesten Bundesliga-Keeper.

„Wir freuen uns, dass wir mit den Dreien nicht nur Spieler mit enormer sportlicher Qualität für unseren FCA gewinnen konnten, sondern auch starke Charaktere, die in ihren Clubs wichtige Positionen und Führungsrollen übernommen haben“, sagte Geschäftsführer Sport Stefan Reuter nach der Verpflichtung des Trios, die aber alle auch schon die 30 überschritten haben. Man kann es aber auch so herum sehen: Mit seinen 30 Jahren ist Strobl immerhin sechs Jahre jünger als sein Vorgänger Daniel Baier, in dessen Fußstapfen er treten soll.

Um das Altersgefüge dann aber doch ein wenig auszugleichen, konnte der bereits geliehene Felix Uduokhai (22) vom VfL Wolfsburg für immerhin stattliche sieben Millionen Euro fest verpflichtet werden. Auf der Abgänge-Seite gilt es hingegen einen schmerzvollen Verlust zu ersetzen: So ließ der FCA den seit längerem Abwanderungswilligen Philipp Max, einer der Leistungsträger der letzten Jahre, zu PSV Eindhoven ziehen.

Mit Robert Gumny wurde zwar ein polnisches Talent für die Rechtsverteidiger-Position geholt, dennoch dürften nach dem aktuellen Stand die Außenverteidiger-Positionen als Schwachpunkt des Kaders gelten. Weit besser aufgestellt ist die Mannschaft von Heiko Herrlich hingegen in der Offensive, wo man mit Florian Niederlechner, Alfred Finnbogason und Michael Gregoritsch drei Stürmer auf ähnlichem Niveau zur Verfügung hat.

Comunios Player to watch

Iago. Der Brasilianer kam aufgrund einiger Verletzungen in seinem ersten Augsburger Jahr nur auf zehn Ligaeinsätze, hat jetzt aber den großen Auftrag, Philipp Max zu beerben.

Welches Potenzial er hat, deuten auch die Transfergerüchte an, die es im Sommer gab: Angeblich sollte Iago beim AC Mailand auf der Liste stehen, um Ricardo Rodriguez zu beerben. Nun kann er aber erst einmal in der Bundesliga Gas geben. Für noch unter eine Million ist er zumindest hoch interessant.

Youngster to watch

Mit Ausnahme von Tim Civeja, der in der Vorbereitung bei den Profis reinschnuppern durfte, einen guten Eindruck hinterließ, aber noch nicht bei Comunio gelistet ist, sucht man aufstrebende Nachwuchskräfte im Kader der Augsburger vergebens. So muss hier also der 22-jährige Neuzugang Robert Gumny als „Youngster to watch“ herhalten. Der Pole ist zumindest in seinem Heimatland eine große Hoffnung für die Rechtsverteidiger-Position.

Gumny überzeugt vor allem durch Schnelligkeit, präzise Flanken und eine feine Technik und sollte sich nach einer gewissen Zeit der Akklimatisierung zumindest mittelfristig gegen Raphael Framberger durchsetzen können.

Augsburg-Neuzugang Robert Gumny im Check: Stammplatz hinten rechts?

Augsburgs neuen Rechtsverteidiger Robert Gumny dürften höchstens Beobachter der polnischen Ekstraklasa kennen. Wir analysieren, ob der 22-Jährige auch in der Bundesliga durchstarten kann.

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Prognose

Da es in diesem Jahr kaum einen verlässlichen Abstiegskandidaten gibt, wäre es vermessen, wenn Augsburg mehr als den Klassenerhalt als Ziel ausrufen würde. Die Elf von Heiko Herrlich muss schon aufpassen, dass sie nicht in einen Negativstrudel gerät. Am Ende sollte die spielerische Qualität und auch die gute Breite des Kaders aber ausreichen, um wieder über dem Strich zu landen. Irgendwo im grauen Mittelfeld zwischen Platz 11 und 15.

Bisherige Transferaktivitäten

Zugänge: Robert Gumny (Lech Posen), Daniel Caligiuri (FC Schalke 04), Rafal Gikiewicz (1. FC Union Berlin), Tobias Strobl (Borussia Mönchengladbach), Michael Gregoritsch (FC Schalke 04, Leihe beendet), Mads Pedersen (FC Zürich, Leihe beendet), Felix Uduokhai (VfL Wolfsburg, nach Leihe fest verpflichtet)

Abgänge: Philipp Max (PSV Eindhoven), Jozo Stanic (FSV Zwickau, Leihe), Kevin Danso (Fortuna Düsseldorf, Leihe, war zuvor an FC Southampton verliehen), Sergio Cordova (Arminia Bielefeld, Leihe), Maurice Malone (SV Wehen Wiesbaden, Leihe), Daniel Baier (Vertragsauflösung), Tin Jedvaj (Bayer Leverkusen, Leihe beendet), Stephan Lichtsteiner (Karriereende), Fabian Giefer (Würzburger Kickers), Andreas Luthe (1. FC Union Berlin), Tim Rieder (1. FC Kaiserslautern, war zuvor an 1860 München ausgeliehen)

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Autor: Karol Herrmann

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