Freiburgs Christian Streich mit Schiedsrichter Tobias Stieler

Foto: © imago / Sven Simon
In der letzten Saison haderte der SC Freiburg oft mit dem Schiedsrichter, dem Videobeweis und mit sich selbst. Den Klassenerhalt erreichte Christian Streichs Mannschaft dennoch dank einer Teamleistung. Weniger Drama würde den Breisgauern in der kommenden Spielzeit guttun.

Spieler der Saison: Es kann nur einen geben. Nils Petersen rette dem SC Freiburg mit seinen 15 Toren die Bundesligazugehörigkeit und sprang beinahe noch auf den WM-Zug auf. Dass er am Ende doch noch gestrichen wurde, weil er es in der kurzen Zeit nicht schaffte, sich ausreichend ins DFB-Team zu integrieren, ist sicher eine bittere Enttäuschung, kommt dem SC Freiburg aber auch entgegen. So kann Petersen den restlichen Juni über abschalten, Urlaub genießen und Kraft tanken. Wahrscheinlich sind das bessere Voraussetzungen für eine weitere Saison mit 15 Toren.

Enttäuschung der Saison: Für Janik Haberer war es eine schwierige Saison. Der Offensiv-Allrounder sollte eigentlich zum absoluten Leistungsträger werden, feierte er doch im Sommer 2017 mit der U21-Nationalmannschaft den EM-Titel. Doch eben dieses Turnier kostete ihn vielleicht die Saison. Haberer wirkte oft nicht so frisch, wie er sein sollte, überspielt. Im August 2017 und im März 2018 fuhr er mehr Minuspunkte im Managerspiel ein als jeder andere, zum Saisonende stehen elf Comunio-Punkte. Das soll sich nach einem üppigen Sommerurlaub nicht wiederholen.

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Platz 1: Nils Petersen – 7,10

Größte Baustelle: Trotz des Abgangs von Marc-Oliver Kempf und der vielen Interessenten an Caglar Söyüncü hat der SC Freiburg die mögliche Baustelle Innenverteidigung mit der spektakulären Verpflichtung von Dominique Heintz bereits geschlossen. Was den Freiburgern wirklich guttun würde, wäre ein Mann, der im zentralen Mittelfeld so richtig die Fäden in die Hand nimmt. Einer wie Frankfurts Boateng, natürlich in günstiger. Höfler, Koch, Abrashi, Frantz – alle nicht schlecht, aber es fehlt der Leader, der in schwierigen Spielen für Stabilität sorgt.

Mögliche Probleme: Die Freiburger sind für ihre Probleme teilweise selbst verantwortlich. Das Storytelling des kleinen SC Freiburg, der vom großen DFB benachteiligt wird, betreiben Präsident Fritz Keller und Trainer Christian Streich zu häufig. In der vergangenen Saison gab es zwei unglückliche Situationen mit dem Videobeweis und eine schlecht kommunizierte Gelb-Rote Karte, deren Sperre überraschend aufgehoben wurde. Davon abgesehen glichen sich Vor- und Nachteile durch Schiedsrichterentscheidungen beim SC in den letzten Jahren aus. Erst in der Schlussphase der Saison, nachdem Fritz Keller dem HSV einen Schiedsrichter-Bonus „wenn es eng wird“ bescheinigt hatte, konzentrierte sich Freiburg voll auf das Sportliche – und schaffte den Klassenerhalt. So sollte es nächstes Jahr 34 Spieltage lang laufen.

Mögliche Überraschung: Die größte Überraschung ist, dass sich Dominique Heintz für einen Transfer zum SC Freiburg entschieden hat. Dabei ging unter, dass die Breisgauer auch Luca Waldschmidt vom HSV verpflichtet haben. Bislang hat Waldschmidt den Durchbruch in der Bundesliga noch nicht geschafft, sodass die hohe Ablöse von fünf Millionen Euro gerade bei einem Verein wie Freiburg überrascht. Allerdings ist Waldschmidt schon länger ein Wunschspieler von Christian Streich – und er wäre nicht der erste Hamburger, der nach einem Wechsel innerhalb der Bundesliga aufblüht. Michael Gregoritsch, anyone?

Youngster to watch: Der 21-jährige Mohamed Dräger wird seit vielen Jahren an die erste Freiburger Mannschaft herangeführt, hat sämtliche Jugendstationen durchlaufen und wird in der kommenden Saison sicherlich die Chance erhalten, sich bei den Profis zu etablieren. Ob er es schafft, hängt von ihm selbst ab: Trainingseindrücke, Qualität, Lernprozesse, Integration ins Spielsystem – all das muss der Offensiv-Allrounder meistern, dann kann er ein Aufsteiger der Saison werden. Er wäre nicht das erste Eigengewächs des SC, das in der Bundesliga Fuß fasst.

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Gerüchteküche: Caglar Söyüncü wird von vielen Top-Klubs gejagt. Der hochtalentierte Innenverteidiger steht vor allem beim FC Arsenal hoch im Kurs, ein Transfer gilt als realistisch. Auch bei Alexander Schwolow und Christian Günter gibt es Wechselgerüchte, allerdings nur vage. Mit Mark Flekken wurde ein möglicher Schwolow-Ersatz – oder eben eine Nummer zwei – bereits verpflichtet.

Zugänge: Dominique Heintz (1. FC Köln, 3 Mio.), Luca Waldschmidt (Hamburger SV, 5 Mio.), Mark Flekken (MSV Duisburg, 0,8 Mio.), Lucas Hufnagel (1. FC Nürnberg, Leih-Ende), Mats Möller Daehli (FC St. Pauli, Leih-Ende), Jonas Föhrenbach (Karlsruher SC, Leih-Ende)

Abgänge: Marc-Oliver Kempf (VfB Stuttgart, ablösefrei), Karim Guéde, Georg Niedermeier, Patric Klandt, Rafal Gikiewicz (alle unbekannt), Julian Schuster (Karriereende), Bartosz Kapustka (Leicester City, Leih-Ende), Gaetan Bussmann (FSV Mainz 05, Leih-Ende)

Sommerfahrplan: Trainingsbeginn am 2. Juli, Testspiel gegen FC Waldkirch am 5. Juli, Testspiel gegen SC Lahr am 8. Juli, Testspiel gegen Kehler FV am 10. Juli, Testpiel gegen TuS Efringen-Kirchen am 13. Juli, Testspiel gegen FV Ravensburg am 19. Juli, Trainingslager in Schruns (Österreich) vom 20. bis 28. Juli, Testspiel in Bahlingen am 3. August

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