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Im bitteren Kampf um den Klassenerhalt ist Schalke eine Rückholaktion von Sead Kolasinac gelungen. Doch wie gut ist der 27-Jährige nach dreieinhalb Jahren bei Arsenal noch?

Position:

Sead Kolasinac bringt man in erster Linie als Linksverteidiger in Verbindung. Die Bezeichnung Defensiv-Spezialist ist aber treffender. In jungen Jahren war Kolasinac zuvorderst Innenverteidiger und Sechser, erst Jens Keller formte ihn auf Schalke zu einem Linksverteidiger von internationalem Format. Bei Arsenal kam er aber auch als Glied einer Dreierkette sowie als Schienenspieler auf der linken Außenbahn zum Einsatz.

Bisherige Karriere:

Der Werdegang dürfte weitgehend bekannt sein: Nach der Ausbildung bei den renoomierten Südwest-Klubs Karlsruher SC, TSG Hoffenheim und VfB Stuttgart wechselte Kolasinac in der U19 zu Schalke, wo er 2012/13 der unter Jens Keller der Durchbruch in der Bundesliga gelang. Nach fünf Spielzeiten, 94 Ligaspielen und einem Kreuzbandriss wechselte er 2017 ablösefrei zum FC Arsenal.

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In der Premier League konnte er sich auf Anhieb als Stammkraft etablieren, machte jede Saison rund drei Viertel der Spiele. Sein damaliger Trainer Arsene Wenger schwärmte: „Er ist der kräftigste Spieler ist, den ich je trainiert habe.“ Zwar dürfte Kolasinac in den vergangenen drei Jahren rückblickend in der besseren Mannschaft gespielt haben, dennoch war der Wechsel für sein internationales Renomme eher ein Abstieg. Denn während er mit Schalke noch neun Mal Champions League und 14 Mal Europa League spielte, waren es mit Arsenal dann nur noch 20 Europa-League-Einsätze. 2019 stand er dort immerhin im Finale.

Für Bosnien-Herzegowina bestritt Kolasinac seit 2013 35 Länderspiele und war unter anderem bei der WM 2014 dabei. Allerdings konnte Arsenal Trainer Mickael Arteta zuletzt nur noch wenig mit dem gebürtigen Karlsruher anfangen. 2020/21 stand er nur einmal für die Gunners auf dem Platz und pendelte ansonsten zwischen Bank und Tribüne.

Einstiegsmarktwert:

Kolasinac kommt mit 3.140.000 ins Spiel, also jenem Marktwert, mit dem er sich 2017 von Comunio verabschiedet hatte. Inzwischen ist er teuerster Defensiv-Akteur bei den Königsblauen und hinter Mark Uth direkt zweitteuerster Schalker.

Situation:

Völlig klar: Kolasinac kommt als klare Stammkraft und wird Bastian Oczipka, der zuletzt aufgrund seiner Schnelligkeitsdefizite immer wieder in der Kritik stand, verdrängen. Ob er letztlich in einer Dreier-, Viererkette oder als Schienenspieler zum Einsatz kommt, wird vom System abhängen. Allerdings kommen seine Stärken eher durch seine Dynamik auf der Außenbahn zur Geltung. Alleine retten wird er seinen Ex-Klub jedoch nicht können. Aber immerhin der Name verspricht viel und vielleicht folgen seinem Exempel noch zwei, drei andere gestandene Spieler, die sofort helfen könnten.

Marktwertpotenzial:

Da geht schon viel. Nach vier Tagen konnte Kolasinac schon 1,5 Mio. gut machen, zuletzt stieg er pro Tag um 580.000 und war damit hinter Bellingham und Sancho größter Marktwertgewinner über Nacht. Irgendwo bei 6 – 7 Mio. dürfte dann aber auch eine natürliche Grenze erreicht sein, wir sprechen hier immer noch über Schalke.

Und allzu große Illusionen sollten sich Comunio-Manager ohnehin nicht machen. Kolasinac war eigentlich immer ein besserer Fußball- als Comunio-Spieler. Nur in einer seiner fünf Bundesliga-Saisons knackte er die 100 Punkte knapp. Ansonsten blieb er immer unter 40. Und auch in der Premier League gab es eine eher moderate Ausbeute, die immer zwischen 40 und 60 pro Saison lag. Man sollte also keine verrückten Dinge machen und ihn für einen Preis kaufen, den man aktuell für die besten Bundesliga-Verteidiger vom Schlag Hummels oder Angelino hinblättern muss.

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Autor: Karol Herrmann

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