Vor vier Jahren standen sich beide Mannschaften im Endspiel gegenüber – in Brasilien geht es bereits in der Gruppenphase um alles. Comunioblog blickt zurück und schaut voraus.

Rückblick: Dass die spanische Auswahl bei der WM in Südafrika ins Finale einzog, war in Anbetracht des Favoritenstatus‘ keine große Überraschung.

Zwar verkam der Weg ins Soccer City nach Johannesburg auch durch den verpatzten Start gegen die Schweiz zum Drahtseilakt, doch vor allem die starke Leistung im Halbfinale gegen Deutschland zeigte, dass das Endspiel die logische Konsequenz der spanischen Entwicklung darstellte.

Niederlande mit deutschen Tugenden

Die Niederlande hingegen hatte vor dem Turnier keiner so richtig auf dem Zettel. Klar, die Offensive gehörte schon 2010 zur absolute Weltspitze, allerdings erschien die Abwehr um den alternden Kapitän Giovanni van Bronckhorst nicht immer sattelfest.

Allerdings biss sich Oranje ins Turnier und zeigte deutsche Tugenden: Zum Teil nüchterner Ergebnisfußball gepaart mit ein wenig Losglück bescherten der Elftal die dritte Teilnahme an einem WM-Finale.

Das große Endspiel stieg am 11. Juli in Johannesburg – und enttäuschte die meisten neutralen Beobachter auf ganzer Linie. Die Niederlande agierte mit ungewohnter Härte und versuchte die Spanier so aus dem Konzept zu bringen.

Robben mit größter Chance

Beispielgebend ist sicherlich das brutale Foul Nigel de Jongs an Xabi Alonso, das vom englischen Schiedsrichter Howard Webb lediglich mit Gelb bedacht wurde. Ein Fehler, wie der Referee im Nachhinein zugab.

Durch die vielen Unterbrechungen und Verwarnungen entstand erst im Laufe der zweiten Halbzeit ein besserer Spielfluss. Bayerns Arjen Robben vergab auf Seiten der Niederländer in der 62. Minute freistehend vor Iker Casillas.

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Iniesta mit goldenem Treffer

Doch keine der beiden Mannschaften wollte ein zu hohes Risiko eingehen – folgerichtig ging es in die Verlängerung. Dort gelang es der Furia Roja, endlich das arteigene Kombinations- und Ballbesitzspiel aufzuziehen. Die Niederlande rührte Beton an und suchte Konteraktionen.

Knackpunkt der Partie war der Platzverweis John Heitingas in der 109. Minute. Spanien nutzte die Überzahl und schlug in Form von Andres Iniesta nur sieben Minuten später zu. Nach Pass von Cesc Fabregas vollstreckte der danach zum Spieler der Partie gewählte Iniesta zum entscheidenden 1:0. Die Iberer krönten sich damit erstmals zum Weltmeister.

Vorschau: Getrost kann die Gruppe B bei der Weltmeisterschaft in Brasilien als stärkste des Turniers eingeordnet werden.

Mit Spanien ist einer der Topfavoriten auf den Titel mit in der Verlosung, die Niederlande und Chile sind zu jeder Zeit bereit, allen Mannschaften der Endrunde vor unlösbare Probleme zu stellen. Dazu gesellt sich Sparringspartner Australien, der in dieser Gruppe nicht den Hauch einer Chance haben wird.

Die Auslosung im Dezember bescherte den Fußball-Fans nicht nur diese äußerst namhafte Staffel, sondern sorgt mit der Auftaktpartie zwischen Spanien und den Niederlande für einen absoluten Kracher.

Neue Vorzeichen

Allerdings haben sich vier Jahre nach dem Endspiel von Johannesburg die Vorzeichen ein wenig verschoben. Das liegt vor allen an den Niederländern. Nach der enttäuschenden EM 2012 (Aus in der Vorrunde) übernahm der streitbare und für seinen Jugendwahn bekannte Louis van Gaal den Posten des Bondscoachs.

Er krempelte die Elftal kräftig um und baute um die Routiniers Robben, Sneijder und van Persie eine junge und schlagkräftige Truppe auf. Doch reicht das schon, um sich mit dem Weltmeister zu messen? Gegen abgezockte und erfahrene Spanier könnte es das ein oder andere Problem geben.

Spanien über Zenit?

Doch wie steht es überhaupt um den Titelverteidiger? Nicht wenige sehen die Seleccion über ihren Zenit. Doch eigentlich ist die spanische Nationalmannschaft seit dem Turnier 2008 über die maximale Leistungsgrenze hinweg.

Nie spielte die Furia Roja besser als in Österreich und der Schweiz – dass selbst danach noch die WM und EM gewonnen wurde, spricht für die außergewöhnliche Klasse der Spanier.

Dennoch: Beim Confederations Cup vor einem Jahr schien Spanien ein wenig müde und überspielt. Zudem hat die Achse um Andres Iniesta und Xavi nicht die allerbeste Saison hinter sich.

del Bosque: „Kein Favorit“

„Wir fühlen uns sowieso nicht als Favorit“, erklärte del Bosque der „Welt“. „Wir spüren die Verantwortung, bei unserer Titelverteidigung eine gute WM zu spielen. Aber Favorit? Überhaupt nicht. Wir sind ja nicht blöd.“

Übrigens: In gewissem Maße könnte es in dieser Partie schon um den Gruppensieg gehen. Dieser könnte von enormer Wichtigkeit sein. Immerhin droht im Achtelfinale schon die gelbe Bedrohung. Brasilien.

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Nach dem bitteren WM-Aus von Kevin Strootman änderte Louis van Gaal das System der Niederländer. Die Vorteile liegen auf der Hand. Im 5-3-2-System will man Spanien Probleme bereiten.

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Du spielst noch kein Comunio2014? Ab geht’s!

Autor: Sebastian Schramm

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