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Kaum ein Spieler generiert in diesen Wochen so viel relativen Marktwert wie Stuttgarts Momo Cisse. Aber ist der 17-Jährige auch wirklich eine Verstärkung für eure Elf?

Position

Momo Cisse ist ein Außenstürmer, der aufgrund seines starken rechten Fußes zumeist über Rechtsaußen spielen kann, jedoch auch schon auf dem linken Flügel eingesetzt wurde. „Ein schneller und technisch guter Außenbahnspieler“, sagte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat bei der Verpflichtung des erst 17-Jährigen. 

Bisherige Karriere

So sehr wir uns auch bemüht haben, es gibt an dieser Stelle leider nicht viel zu sagen. Momo Cisse kommt vom französischen Zweitligisten AC Le Havre, hat dort zuletzt aber nur ein Jahr in der Reservemannschaft gespielt. Weder gibt es verlässliche Daten zu Einsätzen und Toren, noch das obligatorische „Goals & Skills“-Video auf Youtube. Auch internationale Einsätze, Guinea und Frankreich wären wohl möglich, sind nicht dokumentiert. Kurzum: Momo Cisse hat noch keinerlei Profi-Erfahrung, soll aber dennoch fester Bestandteil des Stuttgarter Bundesliga-Kaders sein.

Allerdings muss eine Sache erwähnt sein: Dass ausgerechnet Sven Mislintat den 17-Jährigen an Land gezogen hat, müsste die Glocken schrillen lassen. Schließlich galt Mislintat in Dortmund als eine Art Entdecker von Spielern wie Shinji Kagawa, Pierre-Emerick Aubameyang, Robert Lewandowski oder Jadon Sancho. Allerdings war dieses Quartett, als es zum BVB kam, bereits deutlich bekannter als Momo Cisse. 

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Einstiegsmarktwert

500.000. Zwei Wochen später hat Cisse bereits die 2-Millionen-Marke deutlich gerissen. Im Stuttgarter Angriff ist hier nur noch Nicolas Gonzalez teurer. Einen ähnlichen Marktwert besitzt derzeit etwa Schalkes Benito Raman. 

Situation

Cisse wird fester Bestandteil des Kaders sein, so viel steht fest. Bei der Verpflichtung des Außenstürmers wurde aber auch klar, dass es ein wenig Zeit schon noch braucht: „Er soll Schritt für Schritt an die Anforderungen der Bundesliga herangeführt werden“, so Mislintat. 

Im Kader der Stuttgarter, wo aktuell auch oft eine Dreierkette getestet wird, gäbe es für Cisse demnach auf der rechten Mittelfeldseite Konkurrenz in Form von Silas Wamangituka und Roberto Massimo. Da müsste er sich wohl erst einmal hinten anstellen. In den bisherigen Testspielen wurde er jeweils dreimal spät eingewechselt, ohne jedoch bleibenden Eindruck zu hinterlassen. 

Zwei Dinge könnten ihm jedoch in die Karten spielen: Zum einen wird Nicolas Gonzalez – ein weiterer Konkurrent um die Plätze in der Offensive – über Wochen, wenn nicht sogar Monate ausfallen. Zum anderen gibt ihm die Möglichkeit der fünf Einwechslungen mehr Perspektiven auf Jokereinsätze. Gut möglich, dass wir Cisse also, irgendwann im Herbst erstmals auf dem Bundesliga-Rasen sehen.


Marktwertentwicklung

Kaum ein Spieler konnte prozentual in den letzten beiden Wochen mehr Marktwert generieren. Und um ehrlich zu sein, sind wir uns auch nicht wirklich sicher, worin dieser Hype begründet ist. Weder erzielte Cisse in den Testspielen Tore am Fließband, noch gab es irgendwelche Aussagen der Verantwortlichen über sein unfassbares Potenzial. Cisses Hype dürfte also lediglich in der Tatsache liegen, dass er ein günstiger Neuzugang ist bzw. war. 

Nach drei Wochen, bei etwa 2.200.000 scheint sich jedoch ein erster Peak in der Personalie anzudeuten. Aktuell sollte man demnach eher verkaufen. Denn diesen Preis wird Cisse auf keinen Fall bis in den Oktober retten können. Eher muss man hier noch von Verlusten im Millionenbereich ausgehen. Was der Herbst/Winter/Frühjahr dann bringt, steht derzeit komplett in den Sternen. Zwischen mehreren Millionen und 160.000 ist alles denkbar.

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Autor: Karol Herrmann

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