Mannschaftsfoto RaBa Leipzig

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Nach einem schweren Saisonstart unter Jesse Marsch führte Domenico Tedesco Leipzig zurück auf die Champions League-Plätze. Drohen erneut die Abgänge von Leistungsträgern oder kann Leipzig ihre Topspieler halten?

Rasenballsport Leipzig verpflichtete nach dem Rekord-Abgang von Julian Nagelsmann mit Jesse Marsch einen neuen Trainer aus der „RB-Schule“. Dabei liegt in der Regel ein hoher Fokus auf Pressing und dem Spiel gegen den Ball. Ein Trend, der sich in der Bundesliga längst durchgesetzt hat, jetzt aber langsam wieder auf dem Rückmarsch ist.

Im Nachhinein lässt sich Marschs Zeit als Fehler deklarieren, denn unter Nagelsmann spielte Leipzig deutlich attraktiveren, kreativeren Fußball. Nagelsmann, der unter „RB-Macher“ Ralf Rangnick bei der TSG Hoffenheim gelernt hatte, entwickelte seinen eigenen MIttelweg aus attraktivem Fußball und Pressing-Stärke. Einen ähnlichen Weg geht nun auch der neue Trainer Domenico Tedesco.

Tedesco übernahm Leipzig am 15. Spieltag auf dem 11. Tabellenplatz. Trotz einigen Startschwierigkeiten (Unentschieden gegen Augsburg im zweiten, Niederlage gegen Bielefeld im dritten Spiel unter Tedesco) schaffte er die Kehrtwende. Leipzig wurde das beste Rückrunden-Team und kämpfte sich die Tabelle hoch bis auf den vierten Tabellenplatz und damit die Champions League-Qualifikation.


 

Das Leipzig-Gerüst für die Saison 2022/23

Leipzigs wichtigster Spieler war dabei Christopher Nkunku. Der Offensiv-Allrounder hatte seine Breakout-Saison, die schon unter Marsch begann. Nahezu im Alleingang sorgte er dafür, dass dieser späte Angriff mit Tedesco auf die Champions League-Ränge überhaupt noch möglich war. Mit 265 Comunio-Punkten war er zurecht der zweitbeste Spieler nach Dauerbrenner Robert Lewandowski.

Doch der Top 3 droht ein ähnliches Schicksal: Erling Haaland geht, Robert Lewandowski will gehen und Christopher Nkunku könnte gehen. Zwar muss man ihn finanziell nicht abgeben, doch wenn er gehen möchte, wird es schwer. Ähnlich wichtig war Konrad Laimer. Doch auch um den Mittelfeld-Motor, der bei Comunio mit 77 Punkten sehr schwach abschnitt, ranken sich Abgangsgerüchte.

Eine feste Basis bildet jedoch die Abwehrkette – und die wird wohl bleiben. Neben Abwehrchef Willi Orban (130 Comunio-Punkte) überzeugte vor allem Neuzugang Josko Gvardiol (119 Punkte) mit ähnlich starken Leistungen. Komplettiert von entweder Mohamad Simakan oder Lukas Klostermann (zeitweise auch Marcel Halstenberg) stellte man mit nur 15 Gegentoren die beste Defensive der Rückrunde.

Die besten Stürmer der Saison 2021/22

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Platz 10: Moussa Diaby (Bayer 04 Leverkusen) - 143 Punkte in 32 Spielen | Foto: imago images / RHR-Foto

Diese Rasenballsport-Youngster könnten durchstarten

Welche Youngster starten durch, wenn in Leipzig keine Leistungsträger den Verein verlassen und diese teilweise erst Anfang 20 sind? Gilt Dominik Szoboszlai mit seinen 21 Jahren wirklich noch als Youngster vor dem Durchbruch? Nach 31 Bundesliga-Einsätzen und 44 insgesamt lässt sich das wohl kaum sagen. Trotzdem ist er jemand, der den größten Schritt machen könnte. Vor allem, wenn Nkunku den Verein verlassen sollte.

Brian Brobbey wäre ein spannender Kandidat, möchte jedoch nicht bleiben, was einen Durchbruch in Leipzig unwahrscheinlich macht. Das hoch gehandelte Talent Hugo Novoa kam zwar auch schon auf acht Bundesliga-Einsätze, hat aber selbst bei Nkunku-Abgang noch eine Menge starker Konkurrenz vor sich.

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Das passiert noch für Leipzig auf dem Transfermarkt

Neben vielen Leihgeschäften für junge Spieler wird es vor allem spannend, was mit Nkunku und Laimer passiert. Die Gerüchteküche geht von einem Abgang Laimers zu den Bayern aus. Als Nachfolger könnten sowohl die internen Optionen (Amadou Haidara und Tyler Adams) spannend werden, als auch erneut der Transfermarkt bedient werden.

Alex Kral (Spartak Moskau) und Florian Grillitsch (TSG Hoffenheim) sind Kandidaten fürs zentrale Mittelfeld. Geht Nkunku doch, könnte Junior Adamu vom Partnerverein aus Salzburg eine Option für die Offensive sein. Auch mit Noah Okafor, ebenfalls FC Salzburg, soll es intensive Gespräche gegeben haben.

Sehr wahrscheinlich keine Option als Nkunku-Ersatz ist Brian Brobbey. Der Youngster kam 2021 ablösefrei von Ajax Amsterdam, hatte jedoch schon vor seiner Ankunft keine Lust mehr auf Leipzig. Das wurde in der Hinrunde deutlich und so wurde er an Ajax zurückverliehen, wo er wieder aufblühte. Ajax möchte ihn halten, Brobbey möchte bleiben – einziges Problem könnte die hohe Ablöseforderung Leipzigs sein.

Zugänge: Janis Blaswich (Heracles Almelo), Alexander Sörloth (Leih-Rückkehr Real Sociedad), Ademola Lokman (Leih-Rückkehr Leicester City), Ilaix Moriba (Leih-Rückkehr FC Valencia), Brian brobbey (Leih-Rückkehr Ajax Amsterdam), Caden Clark (Leih-Rückkehr New York Red Bulls), Eric Mantel (Leih-Rückkehr Austria Wien), Yvon Mvogo (Leih-Rückkehr PSV Eindhoven), Dennis Borkowski (Leih-Rückkehr 1. FC Nürnberg), Joscha Wosz (Leih-Rückkehr Hallescher FC), Fabrice Hartmann (Leih-Rückkehr Eintracht Braunschweig)

Abgänge: Tim Schreiber (Leihe Holstein Kiel), Philipp Tschauner (Karriereende), Tom Krauß (FC Schalke 04, Leihe mit Kaufoption)

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Autor: Niklas Staiger

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