Foto: © imago images / Schreyer

Die Abgänge von Schlotterbeck und Hübner hat Union unter anderem mit Paul Jaeckel besetzt. Der Defensiv-Spezialist wagt den zweiten Anlauf in der Bundesliga.

Position

Vornehmlich ist Paul Jaeckel ein klassischer Innenverteidiger. In der Saison 2018/19 spielte er aber meist im defensiven Mittelfeld. Entsprechend gut ist deshalb auch der Spielaufbau des zweikampf- wie kopfballstarkenstarken Spielers. In seltenen Fällen spielte der Rechtsfuß auch schon als Rechtsverteidiger. Mit einer stattlichen Körpergröße von 1,89 Metern ist er für diese Rolle aber eigentlich zu groß.

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Bisherige Karriere

Jaeckel wurde bei Energie Cottbus und dem VfL Wolfsburg ausgebildet. Für beide Mannschaften machte er viele Spiele in der Junioren-Bundesliga. Beim VfL Wolfsburg stieß er in der Saison 2017/18 zu den Profis, wo ihm Bruno Labbadia zu seinem Bundesliga-Debüt verhalf. Dreimal durfte er an der Seite von Robin Knoche, mit dem er jetzt erneut zusammenspielt, in der Startelf auflaufen.

Bei diesen drei Spielen sollte es aber bleiben, Labbadia hatte fortan keine Verwendung mehr für Jaeckel, der sich im Sommer 2018 der SpVgg Greuther Fürth in der 2. Bundesliga anschloss. Dort schaffte er es relativ schnell zur Stammkraft, kam in den letzten drei Jahren auf immerhin 67 Zweitligapartien (zwei Tore).

Parallel durchlief er ab der U18 alle U-Nationalmannschaften und stand zuletzt auch im Kader der U21, die in Slowenien Europameister wurde, wenngleich Jaeckel mit nur einem Jokereinsatz einen verhältnismäßig bescheidenen Beitrag zu diesem Titel beitragen konnte. Union Berlin hat sich den 22-Jährigen nun ablösefrei geschnappt.

Einstiegsmarktwert

Mit zwei Millionen wurde Jaeckel exakt so teuer eingepreist wie Rick van Drongelen, der als Stammplatzkonkurrent vom HSV kommt. Aber: Während van Drongelen stark an Marktwert gewinnt, ist Jaeckel einer der wenigen Unioner, die derzeit verlieren.

Situation

Union spielt vornehmlich mit Dreierkette, was die Einsatzchancen von Jaeckel deutlich erhöht, weil es schlicht einen Platz mehr in der Innenverteidigung gibt. Darüber hinaus haben mit Nico Schlotterbeck und Florian Hübner zwei Innenverteidiger den Verein verlassen, von denen zumindest einer (Schlotterbeck) Stammkraft war.

Die letzte Saison hat gezeigt, dass Marvin Friedrich und Robin Knoche nicht nur gesetzt sind, sondern nahezu alle Minuten auf dem Platz stehen. Und deshalb muss sich Jaeckel mit dem bereits erwähnten Rick van Drongelen um den letzten verbliebenen Platz streiten, sollte Urs Fischer abermals die Dreierkette präferieren.


Van Drongelen dürfte von den Anlagen her die Nase etwas vorne haben, wenngleich der Niederländer in der letzten Saison lange verletzt war. Gut möglich, dass Jaeckel also erstmal als Innenverteidiger Nummer vier in die Saison geht. Durch die Conference League und den Pokal bestehen aber auch hier gute Möglichkeiten für Einsatzzeiten. Und zudem gibt sich Jaeckel recht selbstbewusst: „Ich denke, dass ich in der Dreierkette mitspielen kann und werde.“

Die Chancen dazu könnten sich dramatisch erhöhen, sollte der umworbene Dauerbrenner Marvin Friedrich (u.a. von Gladbach und Leverkusen) den Club noch in dieser Transferperiode verlassen.

Marktwertentwicklung

Jaeckels Trend geht nach unten, der Grund ist vermutlich die Verpflichtung von Rick van Drongelen. Aktuell sollte man also eher die Finger von ihm lassen. Anschließend kann es sich aber lohnen, die Lage im Auge behalten: Wechselt Friedrich noch oder bleibt er? Verletzt sich noch ein Unioner Innenverteidiger? Agiert Fischer wieder mit Dreierkette? Welche Rolle spielt Jaeckel in der Vorbereitung? Wenn diese Faktoren zugunsten Jaeckels ineinandergreifen, kann man hier möglicherweise einen günstigen Innenverteidiger schießen, der letzte Saison bei Comduo immerhin einen soliden Schnitt von 2,7 Punkte eingefahren hat.

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Autor: Karol Herrmann

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