Halbfinale 2010: Spanien gewinnt zwar nur 1:0, doch Chancen auf das Finale hatte die Elf von Joachim Löw nicht. Welche Comunio-Punkte hätte es für den Auftritt gegeben?

Michael Ballacks Aus, die kurze Zeit der Vorbereitung – die Vorzeichen für die Weltmeisterschaft in Südafrika hätten besser sein können. Doch ungeachtet aller öffentlichen Zweifel präsentierte sich die deutsche Mannschaft in blendender Verfassung. Mit überfallartigen Kontern, starker Fitness und einer ordentlichen Defensive überrollte das DFB-Team Argentinien und England mit insgesamt 8:1 Toren.

Vor dem Halbfinale schien das Momentum auf der Seite des DFB-Teams, immerhin überzeugte die Seleccion im bisherigen Turnier nicht in gewohnter Manier. Die Auftaktniederlage gegen die Schweiz, die knappen und zum Teil glücklichen Siege über Portugal und Paraguay.

Spaniens Machtdemonstration

Doch das Halbfinale verkam zu einer Machtdemonstration des spanischen Tikki-Taka. Deutschland hatte während des gesamten Spiels zwei Möglichkeiten (Kroos, Trochowski), einzig die mangelnden Chancenverwertung der Spanier ließ die Truppe um Joachim Löw lange Zeit am Leben.

„Im Grunde waren Schweinsteiger und Khedira gegen Spanien die ärmsten Schweine auf dem Platz“, analysierte Ralf Rangnick bei „Spox.com“. „Vorne drin hat Miroslav Klose zwar gut gearbeitet, aber bei der offensiven Dreier-Reihe dahinter mit Lukas Podolski, Mesut Özil und Piotr Trochowski war ballorientiertes Pressing nur phasenweise zu erkennen. Das hat Spanien perfekt ausgenutzt.“

Doch welche Punkte hätte es aus Comunio-Sicht für den Auftritt der deutschen Nationalmannschaft gegeben? Comunioblog schätzt ein.

Manuel Neuer: Zeigte wie während des gesamten Turniers eine ansprechende Leistung. Bereits in der sechsten Minute auf der Hut gegen den einlaufenden David Villa. Auch den satten Schuss von Pedro zu Beginn der zweiten Halbzeit entschärfte Neuer – wenn auch nicht aus der Gefahrenzone hinaus. Beim Gegentor von Puyol machtlos. Note 2,5, 6 Comunio-Punkte.

Philipp Lahm: Der Kapitän spielte auf der rechten Seite der Viererkette und agierte dort über weite Strecken gewohnt sicher. Konnte aufgrund der spanischen Übermacht im Mittelfeld nur selten den Weg in die Offensive suchen. Kam vor allem in der zweiten Hälfte ins Schwimmen, da Piotr Trochowski ihn des Öfteren alleine ließ. Note 4 , 0 Comunio-Punkte.

Per Mertesacker: Galt während der Weltmeisterschaft als Unsicherheitsfaktor. Doch im Spiel gegen Spanien mit seiner besten Turnierleistung. War von Beginn an voll auf der Höhe, lediglich mit einigen Unsicherheiten im Aufbau. Note 3, 4 Comunio-Punkte.

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Arne Friedrich: Die bereits angesprochene Chance von Villa in der sechsten Minute resultierte aus einem groben Stellungsfehler Friedrichs. Danach wieder sicherer, auch unter Dauerbeschuss. Nach den überragenden Leistungen gegen England und Argentinien aber ein Abfall. Note 4, 0 Comunio-Punkte.

Jerome Boateng: Bezog mehrmals öffentlich Stellung, dass die Position des Außenverteidigers nicht seine Lieblingsposition sei. Machte dafür seine Sache aber ordentlich, hatte aber ähnlich wie Lahm daran zu knabbern, dass sein Vordermann Lukas Podolski defensiv nicht immer auf der Höhe war. Musste in der zweiten Halbzeit angeschlagen runter. Note 4, 0 Comunio-Punkte.

Piotr Trochowski: Durch die Gelbsperre von Thomas Müller rückte der damalige Hamburger in die Startelf – und das nur, weil sein Konkurrent Toni Kroos unter einer leichten Grippe litt. Hatte eigentlich nur eine richtig gute Szene – sein Fernschuss parierte Iker Casillas stark. Nach 62 Minuten war dann Schluss. Note 5, -4 Comunio-Punkte.

Bastian Schweinsteiger: Forderte immer wieder den Ball, war aber angesichts des spanischen Mittelfelds nicht in der Lage, dem Spiel Struktur zu verleihen. Hielt den Ball manchmal zu lange, was ihn häufig in Pressingsituation seitens der Spanier brachte. Note 3,5, 2 Comunio-Punkte.

Sami Khedira: Lief sich wie Bastian Schweinsteiger im defensiven Mittelfeld einen Wolf. Die vielen defensiven Aufgaben zwangen Khedira allerdings dazu, die Offensivbemühungen fast komplett einzustellen. Ohne groben Fehler. Note 3, 4 Comunio-Punkte.

Lukas Podolski: Hatte einen schweren Stand, da Spaniens Außenverteidiger Sergio Ramos immer wieder mit anschob. Podolski war somit oft gebunden, nach vorne ging eigentlich nichts. Lichtblick war dies schöne Flanke auf Toni Kroos in der zweiten Hälfte. Note 4, 0 Comunio-Punkte.

Mesut Özil: Große Spiele scheinen nicht die Sache des Mesut Özil. Hatte einige gute Phasen, doch Gegenspieler Sergio Busquets meldete ihn weitestgehend ab. Auffälligste Szene war seine starke Ballmitnahme Ende der ersten Hälfte – zum Abschluss kam es aber nicht, da Sergio Ramos elfmeterreif foulte. Note 3,5, 2 Comunio-Punkte.

Miroslav Klose: Angenehm an Klose: Wenn vorne nichts läuft, macht er halt hinten mit! Setzte den aufbauenden Spieler der Spanier oftmals unter Druck, stellte Passwege intelligent zu. Mit guter Bewegung leitete er die Chance Mesut Özils kurz vor der Halbzeit. Dennoch im Angriff ohne nennenswerte Aktion. Note 3, 4 Comunio-Punkte.

Toni Kroos: Eingewechselt für Trochowski. Hätte, wenn und aber: Die Chance zur Führung lag Kroos auf dem Fuß, doch Casillas ist ein Hexer. Nach seiner Einwechslung fast nur in der Offensive zu finden. Note 3, 4-Comunio-Punkte.

Marcell Jansen: Kam für Jerome Boateng. Zeigte trotz der drückenden Überlegenheit der Spanier ein ordentliches Spiel. Hinten gefordert, in der Offensive mit einigen guten Aktionen. Note 3,5, 2 Comunio-Punkte.

Mario Gomez: Kam kurz vor Schluss und bewirkte nichts mehr. Daher keine Bewertung.

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Autor: Sebastian Schramm

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