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Australiens Spieler verdienen ihre Brötchen meist bei international zweitklassigen Klubs. Das überstehen der Gruppenphase wäre eine Sensation. Taugt die Truppe von Down Under bei Comunio?

>>>Thomas Broich im Interview über Australien: „Aaron Mooy ist überragend“

Qualifikation: Seit 2006 war Australien WM-Stammgast, doch diesmal stand das Erreichen der Endrunde auf Messers Schneide. Der dritte Platz in der Gruppenphase hinter Japan und Saudi-Arabien und vor den Emiraten, dem Irak und Thailand bedeutete zunächst ein Entscheidungsspiel gegen Syrien, den dritten der Asiengruppe A. Hier setzte man sich erst in der Verlängerung dank eines Doppelpacks von Oldstar Tim Cahill (inzwischen 38) durch. In den finalen Playoffs wartetet dann noch Honduras. Nach einem torlosen Hinspiel gewann Australien das Rückspiel in Adelaide letztlich klar mit 3:1.

Thomas Broich im Comunio-Interview über Australien: "Aaron Mooy ist überragend"
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Ex-Bundesliga-Profi Thomas Broich spielte zuletzt sieben Jahre in Australien. 2017 hängte er seine Stiefel an den Nagel. Im Interview spricht er über neue Pläne nach der Karriere und die Chancen Australiens bei der WM.

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Comunio2018-Kader:  Kaum ein Spieler knackt die 1-Million-Marke. Von den fünf Akteuren, die das tun, dürfte Matthew Leckie von Hertha BSC noch der bekannteste sein. Teuerster Spieler im Kader (1,5 Mio.) ist Aaron Mooy von Premier League Klub Huddersfield. Ansonsten gibt es viel aus dem niedrigen Marktwertsegment. Wer etwa den altgedienten Tim Cahill in sein Team holen will, kann das für schlappe 0,75 Mio. tun. Ob es auch Schnäppchenpotenzial gibt, bleibt indes zu bezweifeln.

Player to watch: Aaron Mooy. Wie Thomas Broich schon im Interview sagt, ist Mooy der einzige Spieler, der relativ nah an das Prädikat „Weltklasse“ herankommt. Der 27-Jährige ist ein äußerst torgefährlicher Mittelfeldspieler, der seine Fäden in der Premier League bei Huddersfield zieht. Mit 1,5 Mio. pendelt er preislich irgendwo zwischen Leon Goretzka und Ilkay Gündogan.

Youngster to watch: Mit Ausnahme des weitgehend unbekannten 19-Järhigen Daniel Arzani ist kaum ein Spieler unter 25. Es macht also wenig Sinn, hier über Youngster zu sprechen. Ein aufstrebender Mann ist aber ohne Zweifel Tom Rogic. Der 25-Jährige spielt als einer der wenigen Akteure bei einem (nunja: Celtic Glasgow) Topklub eine zentrale Rolle und hat auch Champions League Erfahrung. Er wurde beim letzten Test von Trainer Bert van Marwijkgegen Kolumbien auf der Zehnerposition eingesetzt. Mit 500.000 ist er absolut bezahlbar.

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Trainer: Bert van Marwijk ist hierzulande noch bestens aus seiner Bundesliga-Zeit mit Borussia Dortmund und dem Hamburger SV bekannt. Dazwischen coachte er auch Feyenoord Rotterdam, die Niederlande und Saudi-Arabien. Australien übernahm er erst im Januar. Warum Vorgänger Ange Postecoglou, der einen erfrischenden Offensivfußball spielen ließ, ging, bleibt weiterhin ein Rätsel. Für van Marwijk wird es schwer, in der kurzen Zeit seine Ideen mit dem Team umzusetzen. Die bisherigen Testergebnisse (u.a. 1:4 gegen Norwegen) geben wenig Grund zur Hoffnung.

Erfolge: Neben den drei WM-Teilnahmen, wovon die Mannschaft 2006 immerhin das Achtelfinale erreichte, war der Gewinn der Asien-Meisterschaft 2014/15 definitiv ein Meilenstein in der noch jungen Fußball-Geschichte des Landes.

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Kuriositäten: Bereits 1997 startete Tim Cahill seine Profi-Laufbahn beim FC Millwall in der 3. englischen Liga. Genau 21 Jahre später kehrte er im Januar im Spätherbst seiner Karriere dorthin zurück, spielte beim englischen Zweitligisten sportlich aber keine tragende Rolle mehr. Sein Standing in der Nationalmannschaft ist aber unumstritten: Beim Playoffspiel gegen Syrien war er mit einem Doppelpack der Garant dafür, dass Australien überhaupt in Russland dabei ist. Seine Quote von fünf Toren bei acht WM-Einsätzen 2006, 2010 und 2014 ist außerdem ziemlich überragend. In diesem Jahr wird er 39 Jahre alt.

Prognose: Man muss kein Prophet sein: Alles andere als das Aus in der Gruppenphase wäre eine dicke Überraschung. Zu schwach ist der Kader besetzt. Beim Kampf um Platz zwei sind Dänemark und Peru nominell einfach stärker aufgestellt. Wen sich die Truppe aber zu einer Mannschaft formt, kann über den Kampfgeist vielleicht sogar eine Überraschung drin sein.

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Autor: Karol Herrmann

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