Louis van Gaal wechselt extra für das Elfmeterschießen seinen zweiten Torwart ein – und gewinnt. Sympathien bekommt Tim Krul dennoch nicht. Und für Angel di Maria ist die WM wohl vorbei.

Fuchs des Turniers: In Manchester freut man sich wohl immer mehr auf diesen Trainer. Louis van Gaal hat sich den Titel „Fuchs der WM“ auf jeden Fall schon redlich verdient. Erst auf 5-3-2 umgestellt, dann in diesem System Weltmeister Spanien zerpflückt, Platz eins in der Hammergruppe B – und jetzt der Einzug ins Halbfinale. Läuft.

120 Minuten lang rannte Oranje vergeblich gegen leidenschaftlich verteidigende Costa Ricaner an, doch entweder war der überragende Keeper Keylor Navas im Weg, oder das Aluminium. Die Verlängerung war fast vorbei, als van Gaal seinen letzten Joker brachte. Tim Krul! Der zweite Torwart der Elftal sollte zum Elferkiller werden.

Und wie es van Gaals Maßnahmen so an sich haben, trat genau das ein, was er bezweckt hatte. Krul parierte sowohl gegen Bryan Ruiz als auch gegen Michael Umaña, während all seine Teamkollegen ihre Strafstöße in die Maschen setzten. Fünf Minuten auf dem Platz, und schon ist der Torhüter von Newcaste United ein WM-Held!

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Sympathien gewann Krul jedoch nur bei den Oranje-Fans. Vor den Elfmetern redete der 26-Jährige auf die Gegner ein, machte Ruiz klar, er wisse, wo er hinspringen muss. „Hochgradig unsportlich“, ist der allgemeine Tenor in sozialen Netzwerken. ZDF-Experte Oliver Kahn findet’s voll okay und Tim Krul wird es herzlich egal sein.

Sollte es für die Niederlande erneut ins Elfmeterschießen gehen, wird Louis van Gaal hoffen, noch eine Wechseloption übrig zu haben!

Danke, Ticos! Nur den Sieger zu feiern, wäre an dieser Stelle unangebracht. Costa Rica wird allen Fußballfans noch lange als die Sensation des Turniers in Erinnerung bleiben. Siege gegen Uruguay und Italien und der für unmöglich gehaltene erste Platz in der Weltmeister-Gruppe D waren eigentlich schon genug der Überraschung.

Doch die Ticos machten einfach da weiter, wo sie in der Gruppenphase aufgehört hatten. Erneut eine kämpferische Leistung gegen ebenbürtige Griechen – und das in Unterzahl in der Verlängerung. Dass es Costa Rica bis ins Viertelfinale geschafft hat, ist ein überragendes Ergebnis für die Lateinamerikaner.

Knapper hätte das Aus schließlich kaum sein können. Auch im Viertelfinale hat uns das Team von Jorge Luis Pinto viel Freude bereitet. „Wir haben eine gute Show gezeigt“, meint der Trainer, und damit hat er mehr als recht. Danke, Costa Rica, für dieses großartige Turnier!

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Wer hat Angst vor Argentinien? Daniel van Buyten würde diese Frage wohl mit „niemand!“ beantworten. Belgiens Abwehrrecke würde in einem Finale zwischen Deutschland und Argentinien all sein Hab und Gut auf das DFB-Team setzen. „Deutschland würde Argentinien locker schlagen“, meint der 36-Jährige.

Dabei hatte Belgien erst wenige Minuten zuvor gegen die Albiceleste verloren. Ist van Buyten ein schlechter Verlierer?

Nein, definitiv nicht. Er meint es ernst. Denn Argentinien hat zwar verdient gewonnen, aber alles andere als unschlagbar gewirkt. Dennoch: Am Ende zählt das Ergebnis – und das hat bisher stets für das Team von Alejandro Sabella gesprochen.

Doch jetzt wird es für Messi & co. besonders schwierig: Angel di Maria, der wichtigste Mann im Mittelfeld, fällt mit einer Oberschenkel für das Halbfinale und wohl auch das Finale bzw. Spiel um Platz drei aus. Angesichts dieser Hiobsbotschaft würden die meisten wohl auf Oranje setzen.

Aber wie gesagt: Das Ergebnis hat bisher stets für Argentinien gesprochen…