Hummels wechselt im Sommer vom BVB zum FC Bayern

Foto: picture alliance / Sven Simon

Eigentlich war das Ding schon lange durch, am Dienstag gab es dann endlich die offizielle Bestätigung. Mats Hummels verlässt den BVB und wechselt zum FC Bayern. Aber braucht der Rekordmeister den Weltmeister überhaupt? Comunio macht bei den Bayern den Innenverteidiger-Check.

Acht Jahre lang spielte Mats Hummels für Borussia Dortmund, acht Jahre in denen er zwei Mal Meister, ein Mal DFB-Pokal-Sieger und ein Mal im Finale der Champions League stand. Man kann also durchaus sagen, dass es eine erfolgreiche Zeit beim BVB war.

Zwischenzeitlich wurde Hummels zudem Weltmeister und zum Kapitän bei den Schwarz-Gelben ernannt. Er hatte sich in Dortmund also vom talentierten Abwehrspieler zu einem der besten Innenverteidiger der Welt entwickelt.

Nun sucht Hummels eine neue Herausforderung – ausgerechnet beim FC Bayern München, dem erklärten Feindbild der BVB-Fans. Er ist nach Mario Götze und Robert Lewandowski damit der dritte Spieler, der von der CL-Final-Elf zum deutschen Rekordmeister wechselt.

Dass die Anhänger der Westfalen alles andere als freudig auf diesen Transfer reagieren würden, war mehr als verständlich. Doch aus Sicht von Hummels ist er mehr als nachvollziehbar. Bei aller Liebe, bei allen Emotionen, die dieser Verein in der Lage ist freizusetzen, die Chance auf internationale Titel sind an der Säbener Straße nun mal höher.

Ein entscheidender Punkt für Hummels‘ Entscheidung dürfte das Aus des BVB in der Europa League gewesen sein. Das wird dem Nationalspieler klargemacht haben, dass er einen Wechsel anstreben muss, wenn er regelmäßig Pokale in den Händen halten möchte.

Da er zudem in der Jugend der Bayern gespielt hat, seine Familie in München lebt und auch seine Frau aus der bayrischen Landeshauptstadt kommt, war es naheliegend, dass es Hummels dorthin zieht. Es war aus dieser Sicht ein absolut logischer Schritt.

Rein sportlich betrachtet muss man allerdings die Frage stellen, ob der FC Bayern einen Hummels eigentlich braucht? Comunio nimmt Bayern Innenverteidiger unter die Lupe und macht den Check.

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Medhi Benatia (Marktwert: 4.490.000, Punkte: 45)

Der Marokkaner kam im Sommer 2014 für 25 Millionen Euro vom AS Rom nach München. In zwei Jahren absolvierte er allerdings lediglich 45 Pflichtspiele für den FC Bayern. Benatia hatte leider häufig mit Verletzungspech zu kämpfen und fiel alleine in dieser Saison aufgrund diverser Muskelverletzungen aus. Spätestens seit der Verpflichtung von Hummels stehen die Zeichen im Sommer auf Trennung. Juventus Turin soll angeblich interessiert sein.

Javi Martinez (6.600.000, 57)

Der Spanier hat ebenfalls seit zwei Jahren immer wieder mit Verletzungsproblemen zu kämpfen, doch genießt er ein anderes Standing als Benatia. Martinez spielte eigentlich immer, wenn er fit war. Er hat den großen Vorteil, dass er neben der Innenverteidigung auch im Mittelfeld einsetzbar ist. Unter Pep lief er zwar meist in der Abwehr auf, aber vielleicht wird das unter Carlo Ancelotti anders. Martinez ist beim FC Bayern in jedem Fall unumstritten.

Holger Badstuber (2.200.000, 18)

Der nächste im Bunde, der arg vom Verletzungspech verfolgt wurde. Seine Leidensgeschichte ist an Tragik fast schon gar nicht mehr zu überbieten. Die letzten Tage kehrte er nach einem Sprunggelenksbruch wieder auf den Rasen zurück, allerdings ist es fraglich, ob er jemals wieder sein altes Leistungsniveau erreichen wird. Hier ist eher die Frage, inwieweit Badstuber die ganze Sache psychisch verarbeiten kann.

Serdar Tasci (1.770.000, 4)

Ihn lieh der FC Bayern im vergangenen Winter von Spartak Moskau aus, weil man in München Angst hatte, dass ihnen die Innenverteidiger ausgehen würde. Dennoch kam der ehemalige Nationalspieler bislang nur auf drei Einsätze. Zwar besitzt der Rekordmeister eine Kaufoption bei Tasci, es aber nicht davon auszugehen, dass diese gezogen wird. Möglich, dass er dennoch in der Bundesliga bleibt.

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Jerome Boateng (9.140.000, 75)

Unumstrittene Stützen und wohl derzeit der beste Innenverteidiger auf der Welt, wenn er fit ist. Verletzte sich leider auch im Frühjahr und kehrte nun erst wieder zurück aufs Feld. Bildete gemeinsam mit Hummels das Innenverteidiger-Duo bei Titelgewinn der deutschen Nationalmannschaft 2014 in Brasilen. Boateng und Hummels? Das scheint zu passen.

David Alaba (8.650.000, 115)

Der Österreicher ist das Mädchen für alles beim FC Bayern. Eigentlich ist Alaba ja im Mittelfeld zuhause, gibt aber einen Linksverteidiger auf Weltklasse-Niveau und überzeugte in dieser Spielzeit sogar als Innenverteidiger. Bekam dort auf allerhöchstem Niveau dann allerdings sein Grenzen aufgezeigt. Wird nach der Hummels-Verpflichtung wieder auf links oder ins Mittelfeld rücken.

Joshua Kimmich (7.070.000, 70)

Die Entdeckung der Saison bei den Bayern. Kam im Sommer für eine stolze Ablöse aus Leipzig, respektive Stuttgart und überzeugte in der Rückrunde aufgrund der Verletzungsprobleme in Bayerns Defensive als gelernte Mittelfeldspieler in der Innenverteidigung. Ob dort auch seine Zukunft liegt, darf bezweifelt werden. Zwar machte der Youngster eine mehr als ordentliche Figur, dennoch dürfte er mit der Ankunft Hummels wohl nicht mehr im Abwehrzentrum aushelfen müssen.

Fazit: Auch, wenn das Verletzungspech bei dem einen oder anderen mit reingespielt hat, eine Verpflichtung von Hummels ergibt für den FC Bayern in allen Belangen Sinn, da die Abwehr des Rekordmeisters nochmal einen Tick besser macht.

Du spielst noch nicht Comunio? Dann fang jetzt damit an!

Autor: Florian Schimak

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