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Eine Woche nach dem 1:3 bei Union Berlin beleuchten wir die Situation vor dem Spitzenspiel gegen Bayer Leverkusen. Akanji und Schulz wackeln. Auf welche Spieler setzt Lucien Favre? Wechselt er gar das System?

Tor: Bürki ist gesetzt – punktet aber nicht bei Comunio

Die gute Nachricht: Roman Bürki ist seit dem 2. Spieltag zurück im BVB-Kasten. Die schlechte Nachricht: Er punktet nicht. Zwei Nullnummern bei Comunio resultieren vor allem daraus, dass er nicht genügend Möglichkeiten zur eigenen Auszeichnung bekommt. Eine kurze Analyse zur Bewertung der Torhüter liefert unser Format Frag‘ Comunioblog.

Abwehr: Akanji und Schulz verletzt

In der Verteidigung dürfte Favre weiter auf eine Viererkette bauen. Gesetzt bleibt dabei Mats Hummels, der als zusätzlicher Aufbauspieler und erfahrener Anführer gebraucht wird. Die Leader-Position des Rückkehrers von Bayern München steht aber gleichzeitig für ein Problem. Manuel Akanji soll die Ablösung durch Hummels als drittem Kapitän vor der Saison so sauer aufgestoßen sein, dass er sich als Stimme der jüngeren Generation aus dem Mannschaftsrat verabschiedete.

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Ob dies auch der Grund dafür ist, dass der Schweizer zuletzt nicht mehr die Souveränität der Vorsaison verkörperte? Zuletzt betonte der 24-Jährige in einem Interview mit watson.ch, dass er keine Probleme mit Hummels habe.

Nun verletzte sich der Innenverteidiger zudem bei der Nationalmannschaft am Fuß und kehrte vorzeitig nach Dortmund zurück. Sollte er eine Pause bekommen, würden Julian Weigl oder Dan-Axel Zagadou übernehmen. Leon Balerdi, der überraschend im Kader der argentinischen A-Nationalmannschaft steht, besitzt momentan nur Außenseiterchancen.

Testspiel gegen Cottbus mit Aussagekraft?

Weigl durfte im Testspiel in Cottbus (5:0) 83 Minuten an der Seite von Hummels agieren – möglicherweise ein Fingerzeig, auch wenn Zagadou bei der französischen U21 weilte, wo er übrigens beim 4:0 gegen Albanien mit einem eigenen Treffer debütierte.

Auf den defensiven Außenpositionen gibt es ebenfalls eine feststehende Personalie. Sehr unwahrscheinlich jedenfalls, dass Lukasz Piszczek ausgerechnet gegen die Werkself eine Pause erhält – trotz der folgenden Champions-League-Partie gegen den FC Barcelona.

Hinten links muss Favre wohl auf die sichere Variante mit Nico Schulz (Abreise von der Nationalmannschaft wegen eines Anrisses einer Bandes in der linken Fußwurzel) verzichten, Achraf Hakimi birgt gegen offensivstarke Leverkusener ein gewisses Risiko. Auch Raphael Guerreiro ist deshalb eine Option. Oder kommt Marcel Schmelzer bei einem Engpass doch noch mal aus der Versenkung? Zum jetzigen Zeitpunkt eher unwahrscheinlich.

Mittelfeld: Weigl, Guerreiro oder Dahoud neben Delaney?

Guerreiro wäre nach dem Ausfall von Axel Witsel (Faserriss) möglicherweise auch im Mittelfeld gefragt. Der Belgier dürfte nicht rechtzeitig fit werden bzw. die Gefahr eines Rückfalls zu groß sein. Auf der Sechs ist momentan einzig Thomas Delaney gesetzt. Neben ihm bleibt der im dritten Jahr in Dortmund immer noch nervös wirkende Mahmoud Dahoud die erste offensivdenkende Alternative des Trainers.

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Tobias Raschl, in der Vorbereitung in den Profikader gerutscht und in Cottbus mit einem Treffer, hat auf einer Doppelsechs nur Außenseiterchancen. Beginnt Zagadou in der Abwehrzentrale neben Hummels, könnte Weigl auch hier eingesetzt werden. Denkbar ist zudem, dass die Borussia im 4-1-4-1 beginnt. Favre zögerte jedoch bislang, auf diese offensivere Formation zu setzen.

Sturm: Alles beim Alten – aber bitte mit mehr Power

In der Offensive sind Jadon Sancho, Marco Reus, Julian Brandt und Paco Alcacer ohne den mit einer Rippenverletzung ausfallenden Thorgan Hazard aller Voraussicht nach gesetzt. Mario Götze, der gegen Energie Cottbus mit zwei Toren auf sich aufmerksam machte, könnte im 4-1-4-1 neben Reus für spielerische Momente sorgen. Bisher entschied der BVB-Coach in der aktuellen Spielzeit jedoch gegen den Weltmeister.

Ein taktisches Umdenken darf gegen gefährliche Leverkusener nicht erwartet werden. Hier muss nach der nach dem Spiel in Berlin geäußerten Kritik von Brandt und Reus – unabhängig vom Personal – vehementer zur Sache gegangen werden. Hier wird Favre in der kurzen Vorbereitungszeit nach Rückkehr der Nationalspieler sicherlich den Hebel ansetzen. Jacob Bruun Larsen, in der Vorsaison mit starkem Start, bleibt vorerst Joker.

Voraussichtliche Aufstellung des BVB gegen Bayer Leverkusen: Bürki – Piszczek, Weigl (Zagadou), Hummels, Hakimi (Guerreiro/ Schulz) – Dahoud (Weigl/ Guerreiro/ Götze), Delaney – Sancho, Reus, Brandt – Alcacer

Update 11.09.2019: Axel Witsel und Thorgan Hazard stiegen mittlerweile wieder ins Training des BVB ein. Bei beiden wäre ein Einsatz jedoch mit einem Risiko behaftet. Besonders nach Muskelfaserrissen (Witsel) ist Vorsicht geboten. Hazard (Rippenverletzung) dürfte wenn dann von der Bank kommen.

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