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Hier stellen wir Euch fortan die Teams für die Copa America vor. Bolivien ist mit nahezu ausschließlich unbekannten Spielern aus der Heimat bestückt. Doch immer wieder gelingen der Mannschaft Achtungserfolge gegen große Nationen. Das dürfte es bei der Copa America wohl kaum geben.   

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Comunio-Copa-America-Kader: Einen Star sucht man im Kader Boliviens vergebens. Mit Ausnahme zweier Mexiko-Legionäre und dem Ex-Bremer Marcelo Moreno Martins, der in China unter Vertrag steht, spielen alle Akteure im Kader in der heimischen „Liga de Fútbol Profesional Boliviano“. Im Vergleich mit den Nachbarländern gehört diese Liga zu den schwächsten: In der Copa Libertadores, dem Pendant zur europäischen Champion League, kam keine bolivianische Mannschaft im letzten Jahr über die Gruppenphase hinaus. Entsprechend auch die Lage bei Comunio Copa America: Fast alle Spieler im Kader sind am unteren Marktwertende einsortiert.

Player to watch: Alejandro Chumacero, ein klein gewachsener Mittelfeldspieler, der seit vielen Jahren Nationalspieler ist und als einer von zwei Spielern in der deutlich besseren mexikanischen Liga seine Brötchen verdient und dort auch eine gute Rolle spielt. Der 28-Jährige hat einen strammen Schuss aus der zweiten Reihe und erinnert von seiner Statur ein wenig an Stuttgarts Santiago Ascacibar. Transfermarkt.de listet bei „vergleichbaren Spielern“ immerhin Frankfurts Sebastian Rode auf. Wer es gerne wagen will, nur zu: Chumacero liegt mit 240.000 gerade mal knapp über dem unteren Marktwertende von 160.000. Damit ist er dennoch der zweitteuerste Bolivianer im Spiel nach Marcelo Moreno Martins. Ältere Werder-Nerds mögen sich vielleicht noch an den Stürmer erinnern, der 2009 einmal für ein halbes Jahr von Schachtjor Donezk geliehen wurde und 58 Minuten Bundesliga-Luft schnuppern durfte. Er ist heute immerhin ein solider Zweitligakicker in China.

Die Gruppengegner im Check:

>>> Copa-Vorschau Peru
>>> Copa-Vorschau Venezuela (folgt)
>>> Copa-Vorschau Brasilien

Youngster to watch: Luis Haquin. Der hoch gewachsene Innenverteidiger ist Anfang des Jahres ebenfalls nach Mexiko gewechselt und hat sich dort so gut entwickelt, dass er mit 21 Jahren einen Stammplatz in der Viererkette Boliviens hat und sogar gelegentlich schon Kapitän war.

Erfolge: Bolivien hat exakt einen Titel im Trophäenschrank stehen: Die Copa America. Dieser Sieg gelang 1962/63 vor eigener Kulisse. 1997 schaffte man es, ebenfalls in Bolivien, immerhin ins Finale.  

Die Neuzugänge im Check: Marktwert, Chancen, Potenzial

ComunioMagazin stellt auch in diesem Jahr jeden relevanten Neuzugang, der in die Bundesliga wechselt vor und beleuchtet dabei vor allem die Comunio-Sicht. Hier findet ihr eine Übersicht mit allen Texten.

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Prognose: Bolivien fuhr in den letzten Jahren immer wieder Achtungserfolge ein. Bei der WM-Qualifikation gab es beispielsweise Siege gegen Argentinien und Chile, gegen Brasilien spielte man immerhin remis. Diese Erfolge waren, genau wie der Copa-America-Titel 1962, lediglich im heimischen Stadion in La Paz – auf 4.000 Höhenmetern – möglich. Wer schon einmal dort war, dürfte die Begebenheiten kennen: Schon ein kurzer Fußmarsch fühlt sich wie ein Halbmarathon an.

Kurzum: Den gegnerischen Mannschaften gelingt es schlicht nicht, sich in der kurzen Zeit zu akklimatisieren, während die Bolivianer die dünne Luft gewohnt sind. Dieser enorme Heimvorteil fällt in Brasilien nun weg und die Qualität der Spieler wird wohl nicht reichen, um die Gruppenphase gegen Brasilien, Peru und Venezuela zu überstehen, obwohl sich sogar noch die zwei besten Gruppendritten für das Viertelfinale qualifizieren. Dennoch: Kanonenfutter ist Bolivien definitiv nicht: Nur äußerst selten verliert die Mannschaft – auch auswärts – hoch.

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Autor: Karol Herrmann

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