Emre Can von Juventus Turin

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Dortmund hat sich mit Emre Can einen alten Bekannten geholt. Welche Rolle kann der Nationalspieler beim BVB spielen? Der Comunio-Check.

Position: Hier wird es gleich mal interessant, denn Emre Can ist der Inbegriff eines Defensiv-Spezialisten. Sechser, Innenverteidiger, Außenverteidiger – auf all diesen Positionen hat Can bereits gespielt. Bei Juventus zuletzt übrigens fast ausschließlich im defensiven Mittelfeld, in der Nationalmannschaft seit geraumer Zeit hingegen fast nur als Innenverteidiger. Und auch bei Comunio ist Can als Abwehrspieler einsortiert.

Bisherige Karriere: Wir kennen Can natürlich bestens aus Zeiten bei Bayern, Leverkusen und aus der Nationalmannschaft. Als einer der wenigen, die den Durchbruch aus der Jugend zu den Profis bei den Bayern im letzten Jahrzehnt geschafft haben, kam er 2012/13 aber nicht auf mehr als vier Partien für den Rekordmeister in der Bundesliga.

Der Wechsel zu Bayer Leverkusen brachte den Durchbruch. Nach einer starken Saison 2013/14 wechselte er für 12 Millionen Euro zum FC Liverpool. Dort war er vier Jahre lang praktisch Stammspieler, kam in 115 Premier-League-Partien auf 17 Torbeteiligungen und agierte unter Jürgen Klopp bisweilen sogar als Kapitän.

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Als Can im Sommer 2018 ablösefrei zu haben war, schlug Juventus Turin zu. Der Wechsel zur „Alten Dame“ war vor zwei Jahren durchaus noch als Upgrade zu sehen. Und auch in Italien spielte er 2018/19 eine tolle Premierensaison. Mit 29 Spielen und vier Treffern trug er seinen Teil zum Doublegewinn Juves bei. Erst in der laufenden Spielzeit verlor der 26-Jährige dann seinen Stammplatz.

In der Nationalmannschaft ist Can eher ein Lückenfüller. Seit 2015 war er immer mal wieder dabei – und dann längere Phasen wieder nicht. So kommt er auch nur auf 25 Einsätze für den DFB, wobei seine Aktien bei Jogi Löw zuletzt wieder stiegen.

Einstiegsmarktwert: 8 Mio. Natürlich zahlt man hier für den Namen, aber: Beim BVB gibt es gleich acht Spieler mit einem größeren Marktwert. Vergleichbar ist aktuell Leipzigs Dayot Upamecano und immerhin Mats Hummels. Für einen Abwehrspieler muss man also tief in die Tasche greifen.

Situation: Dortmund hat hier in erster Linie Ersatz für Julian Weigl an Land gezogen. Auch Weigl konnte Sechser und Innenverteidiger spielen, doch Can ist ein komplett anderer Spielertyp. Während Weigl eher für den gepflegten Kurzpass stand, ist Can ein Mentalitätsmonster. Ein Typ, den Dortmund gut gebrauchen kann. Wir erinnern uns dunkel an die Mentalitätsdebatte aus dem vergangene Herbst, als Marco Reus am Mikrofon mal für kurze Zeit die Fassung verlor.

Wie einzelne Medien berichten, soll Can wohl in einer Dreier-Abwehrkette neben Hummels und Zagadou vorgesehen sein. Er würde also den in dieser Saison etwas schwächelnden Manuel Akanji verdrängen müssen.

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Marktwertpotenzial: Can wird wohl noch einen kleinen Hype auslösen, trotzdem wird es langfristig schwer, die acht Mio. zu halten. Denn dann müsste er schon besser performen als Mats Hummels. Diese Qualität hat er nicht und auch, was Torabschlüsse betrifft, ist es bei Can überschaubar: 18 Treffer hat er in der Bundesliga, der Premier League und der Serie A in den letzten acht Jahren erzielt. Aber immerhin: Can kam bei Comunio Italia 2018/19 auf 104 Punkte.

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Autor: Karol Herrmann

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