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Der DFB-Pokal ist traditionell ein gute Gradmesser für die neue Saison. Bei einigen Akteuren könnte man schon einen Fingerzeig in Richtung Stammplatz erkannt haben. 

Florian Müller (SC Freiburg, Tor, 1.090.000)

Ohne überhaupt gespielt zu haben, darf sich der ehemalige Mainzer Keeper Florian Müller als persönlicher Gewinner des DFB-Pokals fühlen. Der Schlussmann hatte bei den 05ern den Kampf um die Nummer 1 gegen Robin Zentner verloren und profitiert nun von der Ellenbogenverletzung Mark Flekkens beim Aufwärmen vor dem zähen Arbeitssieg gegen Mannheim am Sonntag.

Weil man KSC-Neuzugang Benjamin Uphoff die Rolle als Nummer eins für die nächsten Wochen oder Monate nur bedingt zutraute, wurde der verfügbarer Müller, für seine 22 Jahre schon sehr Bundesliga-erfahren, mal eben schnell für ein Jahr ausgeliehen. Es sollte kein Zweifel daran bestehen, dass er die neue Nummer 1 im Kasten der Freiburger wird, diesen Status möglicherweise auch gegen den später wieder genesenen Flekken verteidigen kann. Er ist somit der günstigste Schlussmann aller 18 Bundesliga-Torwächter des 1. Spieltags. 

Hahn, Haidara, Herrmann und Co.: Die großen Gewinner des DFB-Pokals

Der DFB-Pokal ist traditionell ein gute Gradmesser für die neue Saison. Einige Protagonisten haben sich in der 1. Runde derart in den Fokus gespielt, dass ihre Trainer sie kaum ignorieren können. 

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Joao Victor (VfL Wolfsburg, Sturm, 2.470.000)

So richtig zünden konnten Oliver Glasners Wunschtransfer Joao Victor in seiner ersten Bundesliga-Saison noch nicht. Vier Torbeteiligungen für einen Offensivspieler mit 32 Ligaspielen ist sicher noch ausbaufähig. Kein Wunder, mag ihn der ein- oder andere vielleicht nicht auf dem Zettel haben, wenn es um die potenzielle Startformation des VfL Wolfsburg geht.

Bei der Pflichtaufgabe gegen Unuion Fürstenwalde sorgte aber der 26-Jährige mit einem Doppelpack dafür, dass der zwischenzeitliche Rückstand in die richtige Richtung gelenkt wurde. Glasner Statement im Anschluss über seinen Brasilianer: „Joao hat mit seinem Tempo immer wieder für viel Gefahr gesorgt. Er hat in der Vorbereitung gezeigt, dass er sich immer mehr an das körperbetonte Spiel hier gewöhnt. Ich denke, wir werden in dieser Saison viel Freude mit ihm haben.“

Elvis Rexhbecaj (1. FC Köln, Mittelfeld, 1.840.000)

Aktuell scheint Elvis Rexhbecaj der neue Zehner beim 1. FC Köln zu sein. Dass er diese Rolle ausfüllen kann, zeigte er im Pokal mit einem Doppelpack und einer Torvorlage gegen Altglienicke eindrucksvoll. Auch seitens des Vereins wird der Wolfsburger Leihgabe eine ordentliche Weiterentwicklung konstatiert. 

Ein Problem könnte jedoch der bevorstehende Wechsel von Ondrej Duda nach Köln sein. Der Herthaner Mittelfeldspieler, auf Rexhbecajs Position zu Hause, wird mittelfristig ein ernsthafter Stammplatzkonkurrent werden. Was aber zunächst für Rexhbecaj spricht: Duda ist seit Jahren starken Formschwankungen ausgesetzt und muss sich auch erst einmal in Köln akklimatisieren. Zu Saisonbeginn sollte also Rexhbecaj in der Pole-Position sein.

Grischa Prömel (1. FC Union Berlin, Mittelfeld, 890.000)

Auf der Sechserposition bei Union wird es spätestens nach der Verpflichtung von Sebastian Griesbeck langsam eng. Das in der letzten Saison gesetzte Duo Andrich/Gentner könnte nun gesprengt werden. Gentner ist mindestens im Spätherbst seiner Karriere angekommen, Andrich wird mit einem Wechsel nach Freiburg in Verbindung gebracht. 

Aber ohnehin scheint Grischa Prömel in der Pole-Position zu sein. Nicht nur in den meisten Testspielen, auch im Pokal war der 25-Jährige in der Startformation zu finden. Für noch unter eine Million handelt es sich hier ohne Zweifel um einen Geheimtipp.


Marco Reus (Borussia Dortmund, Sturm, 12.560.000)

Marco Reus hat in seiner Karriere viele Verletzungen erlebt, aber selten war er so lange außer Gefecht wie in den letzten Monaten. So mancher mag den BVB-Kapitän, der mit 31 Jahren langsam aber sicher auf die Zielgerade einbiegt, vielleicht schon ein wenig abgeschrieben haben, zumal die BVB-Offensive ohnehin jede Menge hoch interessanter Spieler bereithält.

Aber was macht Reus bei seinem Pflichtspiel-Comeback nach über einem halben Jahr? Kaum zehn Sekunden auf dem Platz, vollstreckte er in technisch perfekter Manier zum 5:0-Endstand. Auch im weiteren Verlauf war er Dreh- und Angelpunkt des Dortmunder Spiels. Er hat einfach noch ein Quäntchen mehr Klasse, als seine hoch veranlagten Nebenmänner, der sowieso zu ihm Aufschauen. Reus sollte man unbedingt auf der Liste haben. Bleibt er gesund, ist er locker für 200 Punkte gut. Und so günstig wie jetzt ist er selten zu haben. 

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Autor: Karol Herrmann

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