Julian Nagelsmann ist seit Februar Cheftrainer der TSG Hoffenheim

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Am 11. Februar 2016 übernahm Julian Nagelsmann als jüngster Trainer der Bundesligageschichte das Traineramt bei der stark abstiegsgefährdeten TSG Hoffenheim. Knapp ein Dreivierteljahr später hat Nagelsmann aus einem Abstiegskandidaten einen möglichen Kandidaten um die internationalen Plätze geformt.

Eigentlich sollte Julian Nagelsmann erst ab der aktuellen Saison den Trainerposten bei der TSG Hoffenheim übernehmen, da der erfahrene Huub Stevens das abermals in Abstiegsnöte geratene 1899-Schiff zunächst in den Hafen Klassenerhalt schippern sollte, ehe ihn das Trainer-Talent beerben sollte.

Aufgrund von gesundheitlichen Problemen, musste Stevens aber sein Amt niederlegen und in Sinsheim entschied man sich für den mutigen Schritt, Nagelsmann zum jüngsten Cheftrainer in der langen Bundesligageschichte – und das mitten im Abstiegskampf.

Als Nagelsmann übernahm, belegte die TSG Platz 17. Es war vor dem 21. Spieltag und Hoffenheim musste an die Weser, wo der SV Werder Bremen zum ersten Kellerduell wartete. Am Ende trennten man sich in einen hektischen Partie 1:1 und Nagelsmann bewies gleich in seinem allerersten Auftritt Mut, in dem er sein Team mit einer verkappten, weil hybriden Dreierkette ins Spiel schickte.

Den Mut verließ „Baby-Mourinho“, wie ihn Tim Wiese einst taufte, auch in den folgenden Partien nicht. Bis zum 34. Spieltag verlor Hoffenheim unter dem jungen Coach lediglich fünf Partien. Eine davon war gegen einen damals übermächtigen BVB, eine andere war das 5:1 gegen den VfB Stuttgart, wo Nagelsmann nach der Partie die Schuld für die Niederlage auf sich nahm. Die anderen drei Partien verlor man allesamt nach dem 30. Spieltag, als die TSG schon gerettet war.

Zuletzt fünf Siege am Stück

In der aktuellen Saison ist die TSG nach neun Spielen nun noch ungeschlagen. Vier Remis zum Auftakt folgten zuletzt fünf (!) Siege am Stück, was die Kraichgauer auf Platz 3 spült (lediglich vier Punkte hinter dem FC Bayern). Seit Nagelsmann das Zepter schwingt, holte Hoffenheim 844 Comunio-Punkte.

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Der Grund für den Hoffenheimer Höhenflug hängt viel mit Nagelsmann zusammen, klar. Der Coach hat gemeinsam mit der sportlichen Führung ein Team zusammengestellt, dass ideal zum TSG-Fußball passt und in der Jugend-Doktrin seit einigen Jahren (u.a. auch von Nagelsmann) gelehrt wurde. Technisch anspruchsvoller und taktisch variabler Fußball, der schnelles Umschaltspiel und Ballbesitzfußball miteinander vereint.

Spieler wie Kerem Demirbay (42 Punkte, Marktwert 4.400.000), Andrej Kamaric (43, 5.570.00), Sandro Wagner (42, 5.330.000) oder Niklas Süle (35, 3.010.000) spielen bislang eine starke Saison und zählen zu den Fixpunkten im Nagelsmann-System.

Oftmals läuft die TSG in einem variablen 3-5-2 auf, wobei die Außenbahnspieler bei gegnerischem Ballbesitz die Dreier- zu einer Fünferkette machen. Wenn die TSG in Ballbesitz ist, verschiebt sich die Offensivreihe auch gerne zu einer Viererkette in der vordersten Front, womit das Spiel sehr in die Breite gezogen wird.

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Beim Spielaufbau sind vor allem die Innenverteidiger gefragt, daher agiert dort Neuzugang Kevin Vogt, der eigentlich gelernte Mittelfeldspieler ist, aber aufgrund seiner robusten, aber auch technisch anspruchsvollen Art, der perfekte Innenverteidiger für Nagelsmann ist.

Nun geht’s gegen die Bayern!

Spieler wie Sebastian Rudy, die von ihrem Spielverständnis und ihrer taktischen Variabilität leben, sind für den jungen Coach Gold wert. Das beweisen auch Rudys Comunio-Punkte bislang. Nach neun Spieltagen hat der Nationalspieler bereits ordentliche 32 Zähler gesammelt, in der vergangenen Saison waren es insgesamt nur 26. Ähnlich sieht es beispielsweise bei Kramaric aus. Der Kroate kann als zweite Spitze agieren oder auf die Flügel ausweichen und ist so wie für das TSG-System gemacht. Holte Kramiric in der vergangenen Spielzeit 46 Punkte, so hat er diese bereits jetzt schon fast erreicht.

Am kommenden Wochenende wartet nun der FC Bayern München, der zwar nicht mehr Nagelsmanns Vorbild Pep Guardiola auf der Bank hat, aber dennoch weiterhin das Nonplusultra in deutschen Fußball ist. Da aber auch Carlo Ancelotti nicht unbedingt als reiner Motivator gilt, darf man ein taktisch wohl hoch anspruchsvolles Spiel zwischen dem Meister und der TSG erwarten.

Beide Teams sind noch ungeschlagen. Mal sehen, wer das am Samstag um 17.20 Uhr noch von sich behaupten kann.

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Autor: Florian Schimak

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