Fehlentscheidung_gegen_den_1.FC_Köln_gegen_Hannover_96

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Hätte, wenn und aber – der Fußball kennt bekanntlich keine Konjunktive und wird daher gnadenlos am Ergebnis gemessen. Was aber, wenn es die Fehlentscheidungen mancher Schiedsrichter nicht gegeben hätte?

Köln auf Platz fünf

Die wohl größte Überraschung in dieser Tabelle ist der 1. FC Köln. Keine andere Mannschaft musste mehr Fehlentscheidungen in dieser Saison hinnehmen – auch wenn der FC selbst von Fehlentscheidungen hätte profitieren können, wie am 15. Spieltag in einem Heimspiel gegen den FC Augsburg. Philipp Hosiner kam nach einem Trikot-Zupfer im Augsburger Strafraum sehr leicht zu Fall. Der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter.

Soweit so gut: Der Schütze, Anthony Modeste, trat an und rutschte mit dem Standbein genau dort aus, wo sich kurz zuvor noch Marwin Hitz mit seinen Stollen mühevoll im Kölner Rasen zu verewigen versuchte. Eine klare Unsportlichkeit, die keine weiteren Konsequenzen nach sich zog.

Man könnte dies als ausgleichende Gerechtigkeit ansehen, aber es kam für den FC noch schlimmer. Nach einer weiteren Fehlentscheidung des Spiels, diesmal gegen den FC, verwandelte Raul Bobadilla einen Freistoß aus guter Position sehenswert, aber unverdient, zum 0:1 Endstand aus Kölner Sicht.

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Das alles sollte es aber noch nicht gewesen sein. Denn dieser Punkt alleine hätte Köln mitnichten auf den fünften Platz katapultiert. Köln wurden insgesamt vier Elfmeter versagt, die weitere 4 Punkte eingebracht hätten. Die Spiele gegen Darmstadt 98 (ein nicht gegebener Elfmeter) und die TSG Hoffenheim (zwei nicht gegebene Elfmeter) wären dann nicht unentschieden, sondern zugunsten der Kölner ausgegangen.

Der vierte Elfmeter wurde Köln im letzten Spiel der Hinrunde gegen Borussia Dortmund verweigert, als Pawel Olkowski von Joo-Ho Park im Strafraum gefoult wurde. Ob das Spiel nach diesem möglichen früheren Ausgleich der Kölner einen ähnlichen Spielverlauf  genommen hätte, darf allerdings bezweifelt werden, da sich Dortmund in der zweiten Hälfte des Spiels zusehends selbst um die 3 Punkte gebracht hat. Während Dortmund die Kraft oder schlichtweg die Lust fehlte, stemmte sich Köln in der Schlussviertelstunde gegen die drohende Niederlage und glich erst nach einem Fehlpass von Dortmunds Torwart Roman Bürki durch Simon Zoller aus. In der 90. Minuten verwandelte schließlich Modeste mit einer sehenswerten Direktabnahme, nach einem punktgenauem Zuspiel per Kopf von Frederik Sörensen.

Zu guter Letzt sollte hier noch das Hand-Tor von Leon Andreasen aus dem Spiel gegen Hannover 96 erwähnt werden, welches die Kölner zumindest um einen möglichen Punkt gebracht hat.

In der Addition ergibt das allerdings 6 Punkte. Von diesen müssten wiederum 2 Punkte aus der Partie am 3. Spieltag gegen den HSV abgezogen werden, da Modeste in der 79. Minuten eher über den Ball stolperte, denn von Emir Spahic gefoult, bzw. geschubst wurde.

Diese 4 Punkte mehr würden zu Platz fünf reichen.

Schalke fast in der Champions League, Kettenreaktion zwischen Platz vier und acht

Auch Schalke hätte ohne Fehlentscheidungen in der Tabelle Boden gut machen können. Zwei Plätze höher, statt auf Platz sechs auf vier, könnten die Knappen nun stehen. Ganze drei Punkte mehr hätte Königsblau holen können. Im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach gab es direkt zwei irreguläre Tore, die, wenn sie nicht gezählt hätten, Schalke zumindest einen Punkt beschert hätten.

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Zwei weitere Zähler wären noch aus dem Spiel gegen Ingolstadt hinzugekommen, das Schalke hätte gewinnen müssen, da ihnen ein Elfmeter in der 17. Minute, nach einem Handspiel des Ingolstädter Abwehrspielers Benjamin Hübner, verweigert wurde.

Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen würden jeweils zwei Tabellenplätze tiefer überwintern. Gladbach auf sechs und Leverkusen auf sieben. Auch der VfL Wolfsburg (7.) und die Mainzer (8.) stünden in der Tabelle einen Platz schlechter da.

Plätzetausch im Keller

Erst weiter unten führen Fehlentscheidungen wieder zu einer Änderung im Tableau. Frankfurt würde auf dem Relegationsplatz überwintern. Werder Bremen auf Platz fünfzehn, der VfB Stuttgart auf Platz vierzehn klettern.

Bestimmte Fehlentscheidungen, wie unter anderem gegen Köln (oben erwähnt), hatten natürlich auch Auswirkungen auf die Tabellenletzten. Hätte es diese nicht gegeben, würde sich an der Platzierung selbst zwar nichts ändern, doch stünden sowohl Hannover als auch Hoffenheim, mit jeweils 5 Punkten weniger, weitaus schlechter da.

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Autor: Peter Johann Friedrich

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