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Werder Bremen hat auf die großen Probleme im defensiven Mittelfeld reagiert und Patrick Erras  ablösefrei vom 1. FC Nürnberg verpflichtet. Der 25-Jährige wird vom Umfeld nicht gerade euphorisch empfangen – schließlich warten alle auf eine Bewegung im Kruse-Poker –, könnte sich aber dennoch als sinnvolle Verstärkung erweisen. Wir stellen den schlaksigen Sechser vor.

Position

Erras startete in der vergangenen Saison zunächst als Innenverteidiger, aber eigentlich ist er im defensiven Mittelfeld zu Hause. In der Rückrunde kam er auch ausschließlich dort zum Einsatz. Werder schätzt diese Vielseitigkeit. „Patrick ist ein entwicklungsfähiger Spieler, der auf der Sechs aber auch in der Innenverteidigung in einer Dreierkette spielen kann. Er gibt uns mit seinen Fähigkeiten weitere Optionen“, so Frank Baumann nach der Verpflichtung.


Bisherige Karriere

Seit der D-Jugend hat Patrick Erras den Club nicht mehr gewechselt und durchlief beim 1. FC Nürnberg alle Jugendteams, bis er es 2015/16 in den Profikader schaffte. Mitte der Hinrunde sicherte er sich einen Stammplatz und stand 16 Mal in Serie in der Startelf, bis ihn ein Kreuzbandriss stoppte, der ihn auch bis zum 33. Spieltag der Folgesaison noch außer Gefecht setzte. Keine der Partien, in denen Erras auf dem Platz stand, verlor  der FCN. Zudem zeigte er sich auch äußerst treffsicher und erzielte fünf Treffer. Nürnberg legte in dieser Zeit den Grundstein für den Aufstieg 2016.

Ohne Erras verpasste Nürnberg den direkten Aufstieg und scheiterte in der Relegation an Eintracht Frankfurt. 2017/18 war er dann fester Bestandteil der Aufstiegsmannschaft, verpasste aber auch in dem Jahr verletzungsbedingt elf Partien. In der Bundesliga konnte er sich zunächst nicht durchsetzen und spielte in der Hinrunde kaum eine Rolle. In der Schlussphase der Saison erkämpfte er sich dann seinen Stammplatz, konnte aber den Abstieg auch nicht verhindern. In der vergangenen Saison pendelte er zwischen Startelf und Bank.

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Einstiegsmarktwert

1.500.000. Ein Marktgerechter Preis, der seitdem noch ein wenig angestiegen ist. Derzeit steht er bei 2.000.000 und ist damit ein wenig teurer, als Kevin Möhwald, der zuletzt aufgrund vieler positiver Berichte deutlich im Wert ansteigen konnte. Maximilian Eggestein (4.380.000) und Davy Klaassen (8.440.000) sind aber noch deutlich teurer.

Situation

Würde die Saison heute angepfiffen, würde im Bremer Kader kein Weg an Erras vorbeiführen – schließlich ist er nach den Abgängen von Vogt und Sahin sowie der fraglichen Vertragsverlängerung mit Philipp Bargfrede – der einzige Sechser im Kader. Der Plan ist aber, noch einen weiteren Mann für das defensive Mittelfeld zu holen. Für Erras ist eigentlich die Rolle des Herausforderers vorgesehen.

Allerdings ist es bei der derzeitigen finanziellen Situation sehr fraglich, ob und wann das klappt. Die Verantwortlichen machten keinen Hehl daraus, dass sie erst ein bis zwei Spieler verkaufen müssten, um wieder handlungsfähig zu sein. Das stellt sich derzeit aber als nicht so einfach heraus, weshalb es durchaus eine Chance gibt, dass Erras sich am Ende den Stammplatz vor der Abwehr schnappen kann.

Zumal er ein Spieler ist, den auch Otto Rehhagel gerne verpflichtet hätte. Die Bremer Trainer-Legende stellte ja völlig zu recht fest, dass man Größe nicht trainieren kann. Seine Länge von 1,96 ist für den 25-Jährigen sicherlich ein Vorteil – vor allem, wenn man die Bremer Schwäche bei Standardsituationen bedenkt.

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Marktwertpotenzial

Eher unwahrscheinlich, dass Erras in seiner Comunio-Karriere einmal den zweistelligen Millionenbereich durchbrechen wird. Selbst die Fünf-Millionen-Marke scheint in weiter Ferne. In seiner einzigen bisherigen Bundesliga-Saison holte er in zwölf Startelfeinsätzen 24 Punkte – also genau zwei im Schnitt. Damals spielte er für den Tabellenletzten und gewann nur eine dieser Partien. Dafür ist der Punkteschnitt gar nicht so schlecht.

Spielt er regelmäßig, dürfte Erras sein Geld wert sein und eine Steigerung auf um die 2,5 Millionen erscheint realistisch. Weiter dürfte es nur nach oben gehen, wenn er die Torgefahr aus seiner ersten Profisaison wieder entdecken würde. Nach fünf Treffern in den ersten 16 Ligaspielen traf er danach in 64 Partien nur noch vier Mal.

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Autor: Florian Reinecke

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