Drei für die Tore: Jhon Cordoba, Antony Modeste und Neuzugang Mark Uth.

Foto: © imago images / Herbert Bucco
Der Aufsteiger sah lange aus wie ein sicherer Absteiger, dann begann auf einmal im Endspurt das große Punktesammeln. Zwei Neuzugänge könnten dabei helfen, den Effzeh tatsächlich über dem Strich zu halten. 

Kaderwert: 51.450.000
Kaderpunkte: 517
Comunio-Platzierung: 16
Bester Spieler: Jonas Hector (66 Punkte)

Die Situation

Der 1. FC Köln vermieste sich die schnelle Rückkehr ins Oberhaus mit einem ganz schwachen Start, fünf Niederlagen setzte es in den ersten sechs Partien. Nach dem 14. Spieltag standen nur acht Punkte auf der Habensseite. Kennzahlen eines sicheren Absteigers. Der hochgehandelte Sturm mit Simon Terodde, Jhon Cordoba und Anthony Modeste brachte lange gar nichts auf den Rasen, obwohl jeder mal in jeder erdenklichen Konstellation ran durfte.

Weniger als ein Tor pro Spiel brachte man im Schnitt zustande, bevor nach elf Spielen Trainer Achim Beierlorzer gehen musste. Danach wurde es besser, unter Nachfolger Markus Gisdol stieg der Schnitt auf 1,5 Treffer pro Partie – besonders Cordoba machte sich um die Quote verdient, der Kolumbianer traf in den letzten vier Heimspielen jeweils einmal.

Zu einem positiven Faktor wurde auch wieder Timo Horn. Der ehemalige Fast-Nationaltorwart hatte schon in der Zweitligasaison des Clubs seine einstige Souveränität eingebüßt, die ihn zusammen mit seinen Blitzreaktionen auf der Linie an die Pforte von Jogis Truppe geführt hatte.

Diese Schwäche konnte das Vereinsidol in die neue Saison „retten“ und war lange nicht der Rückhalt, den ein Aufsteiger für den Klassenerhalt braucht. Entsprechend „sammelte“ der 22-Jährige in den ersten zwölf Spielen -1 Punkt. Nach dem Trainerwechsel zu Markus Gisdol stabilisierte sich Horn aber mit der gesamten Defensive und schaufelte in den letzten fünf Partien vor der Pause noch satte 19 Punkte auf sein Konto.

Das ist auch ein Verdienst Gisdols, unter dem der Aufsteiger etwas defensiver agiert. Unter dem ehemaligen HSV-Coach mauserte sich auch Nationalspieler Jonas Hector als eine Hälfte der Doppel-Sechs zu einem stabilisierenden Faktor des Effzeh-Spiels. Der ehemalige Linksverteidiger agiert in der Regel noch vor seinem Partner Ellyes Skhiri und schwang sich zum Strategen auf. Das Mittelfeld der Kölner schaffte es in den letzten Spielen vor der Winterpause deutlich besser, Angriff und Defensive auszubalancieren, als zu Saisonbeginn. Daran haben auch die beiden Neuentdeckungen Jan Thielmann und Ismail Jakobs ihren Anteil, die sich auf den Außenbahnen überraschend viel Spielzeit erkämpfen konnten. Besonders Jakobs könnte eine spannende Rückrunde vor sich haben.

Aber ganz vorne, da haben sie das Vertrauen in ihr vor Saisonbeginn so hochgehandeltes Sturmtrio verloren – und deshalb Mark Uth verpflichtet. Der Angreifer, der schon in der Jugend für den Effzeh gespielt hatte, kommt vom FC Schalke 04 zurück und soll sich – wohl zusammen mit dem erstmal gesetzten Cordoba – um die für den weiteren Aufschwung benötigten Tore zu sorgen.

Die Top-Elf der Hinrunde 2019/20

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Tor: Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach) - 65 Punkte | Bildquelle: imago images / Hübner

Das sagten wir vor der Saison

Vor der Saison haben wir den Aufsteiger mit einer optimistischen Prognose ins Rennen geschickt: „Nach dem souveränen Aufstieg müssen und wollen sich die Kölner nun eine Spielklasse höher beweisen und haben allein vom Kader her alle Möglichkeiten dazu“, schrieben wir. „Mit dem starken Dreier-Gespann Cordoba, Terodde, Modeste an vorderster Front sollte das mit dem Toreschießen klappen, im Tor steht nach wie vor die Kölner Identifikationsfigur Timo Horn und auf den ausgemachten Problem-Positionen wurden punktuell Verstärkungen verpflichtet. Ein Platz im gesicherten Mittelfeld sollte für die Kölner drin sein.“

Das mit dem Toreschießen war überraschenderweise eines der großen Probleme des 1. FC Köln. Modeste (ein Tor, 20 Punkte) und Terodde (drei Tore, 31 Punkte) spielten in der Hinrunde keine große Rolle, immerhin Cordoba (vier Tore, 55 Punkte) funktionierte mit Abstrichen. Die Sache mit dem gesicherten Mittelfeld ist aber noch drin.

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Ismail Jakobs ist eigentlich Linksverteidiger, so startete das Eigengewächs in die Saison. Dem „Express“ verriet der 20-Jährige, dass er in der Sommerpause schon vor einem Wechsel stand, von Achim Beierlorzer aber umgestimmt werden konnte. Dafür können sie sich in Köln heute bei ihrem Ex-Coach bedanken, denn Jakobs begeistert – und das in etwas offensiverer Rolle. Das Talent hat großen Anteil am Aufschwung, traf auch schon. Da kann was entstehen.

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Neben Uth suchte ein weiterer Schalker zuletzt eine neue Herausforderung innerhalb der Bundesliga – und erzielte so ebenfalls deutliche Gewinne. Zwei teure Youngster von Bayern und Dortmund sind auch dabei.

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Prognose

Der 1. FC Köln hat ein großes Problem: Zwar haben sich die Rheinländer zum Ende der Hinrunde ordentlich berappelt – aber das gilt eben auch für den anderen „sicheren“ Absteiger SC Paderborn. Es sind also noch zwei Abstiegs- und ein Relegationsplatz zu vergeben. Und mit Werder Bremen und Mainz 05 sind zwei Clubs in der Verlosung, die eigentlich deutlich stärker besetzte Kader zur Verfügung haben. Die Tendenz ist positiv, die Winternachkäufe sinnvoll – auch wenn noch ein Kandidat für die Innenverteidigung kommen könnte – und doch kann die Saison für den Effzeh mit dem Abstieg enden. Prognose? Unmöglich, das Rennen im Keller ist völlig offen. Dass Köln aber als ernsthafter Kandidat für den Klassenerhalt gehandelt werden darf, ist eine uneingeschränkt gute Nachricht für alle, die es mit den Geißböcken handeln.

Zugänge: Mark Uth (FC Schalke 04), Elvis Rexhbecaj (VfL Wolfsburg)

Abgänge:

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