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Julian Nagelsmann ist als neuer Trainer des FC Bayern München direkt Kritik ausgesetzt. Die erfolglose Vorbereitung ist aber vielmehr ein Indiz des dünnen Kaders. Fallen mehrere Spieler aus, wackeln die Saisonziele.
Kaderwert: 171.260.000
Comunio-Platzierung: 2
Bester Spieler der Vorsaison: Robert Lewandowski (310 Punkte)
Die Situation
Kein Zweifel, der FC Bayern München hat eine verpatzte Vorbereitung hinter sich. Eine 0:3-Niederlage gegen den SSC Neapel rundete eine Sieglosserie in den Testspielen ab. Und wie es an der Säbener Straße eben so ist, kommen direkt die großen Medien und schüren Zweifel. Ist der Kader groß genug? Ist Julian Nagelsmann der richtige Trainer? Wird die neue Ära früh scheitern?
In der Vorbereitung ist noch nie eine Mannschaft Meister geworden. Fakt ist: Die meisten Top-Spieler fehlten nach ihrer EM-Teilnahme bis zum letzten Test – und der verlängerte Urlaub war die richtige Entscheidung. Es war kein Zufall, dass die Bayern in den Saisons nach den Weltmeisterschaften 2006 und 2010 sowie der Europameisterschaft 2008 ihren Meistertitel verloren. Ausgebrannte Spieler wie Gnabry und Kimmich brauchten eine Pause.
Was die Ära Nagelsmann betrifft, die gerade erst begonnen hat, so ist das Streuen von Zweifeln eher ein Lückenfüller der Medien. Die meisten Stammspieler sind seit zwei Jahren so eingespielt, dass sie wohl ganz ohne Trainer direkt in der Lage wären, jeden Gegner in der Bundesliga zu besiegen. Sie müssen nur fit sein.
Denn eines hat die Vorbereitung offenbart: Die Bayern können anders als noch vor einigen Jahren nicht mehr zwei Mannschaften stellen, die den Titel gewinnen könnten. Leroy Sane, Niklas Süle und Jamal Musiala sind unter den Backups zum voraussichtlichen Stammteam eher die Ausnahmen, die über höchste Qualität verfügen.
Das stimmt Nagelsmann nicht skeptisch, er hält einen Kreis von 15 bis 16 Spitzenklasse-Spielern für ausreichend und will dahinter „Herausforderer mit einer guten Qualität“, wie er im großen kicker-Interview verlauten ließ. Das kann in der Liga gutgehen, nur wird so mancher Spieler auf diese Weise unverzichtbar.
Das hat man im Fall von Robert Lewandowski im letzten Jahr schmerzhaft erfahren. Von den fünf Ligaspielen ohne den Polen gewann der FCB zwar vier, für die Champions-Leauge-Duelle mit PSG reichte es jedoch knapp nicht. Und genau daran wird sich am Ende der Trainer messen lassen müssen: Ob er die Königsklasse gewinnen kann. Die Meisterschaft ist Pflicht.
Alle Saisonvorschauen im Überblick
Mögliche Stammaufstellung
Neuer – Pavard, Upamecano, Hernandez (Süle / Nianzou), Davies – Kimmich, Goretzka – Gnabry, Müller, Coman (Sane / Musiala) – Lewandowski
Die 18 Aufsteiger der Saison
Borussia Mönchengladbach: Jonas Hofmann (125 Punkte). Das Ausgangsniveau war schon hoch, inzwischen ist Hofmann aber einer der besten deutschen Mittelfeldspieler, weil er Stratege, Standardspezialist und Pressing-Monster zugleich ist. © imago Images /Kircher Media































