Darmstadt 98 hat noch viele offene Baustellen

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Der Saisonstart als Offenbarungseid: Darmstadt 98 hat das schlechteste Spiel seiner jüngeren Bundesliga-Geschichte hinter sich. Um den Abstiegskandidaten Nummer eins muss man sich jetzt schon Sorgen machen. Wächst bei den Lilien nur Unkraut für Comunio?

Schon in das Jahr 2015/16 ging Darmstadt als Abstiegskandidat Nummer eins. Unter Dirk Schuster hamsterte sich der Aufsteiger vor allem auswärts unerwartete Punkte zusammen, den Gang in Liga zwei mussten am Ende Stuttgart und Hannover antreten. Auch bei Comunio überraschte Darmstadt mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Nun ist der Trainer weg und zahlreiche Stammspieler gleich mit: Sandro Wagner, Konstantin Rausch, Christian Mathenia, Slobodan Rajkovic. Die meisten der 13 Neuzugänge kamen ablösefrei oder auf Leihbasis. Die Vorbereitung genügte nicht, um alle integrieren zu können; einige wurden erst im August verpflichtet. Ob die Qualität der Neuen ausreicht, ist ungewiss.

Erschreckender Beginn

So liefen die „Lilien“ zum Saisonauftakt in Köln Gefahr, abgeschossen zu werden. Das 0:1 zur Pause war schmeichelhaft, das 0:2 am Ende folgerichtig. Norbert Meier, der Schuster-Nachfolger, stellte im Vergleich zum 7:0-Erfolg beim Bremer SV im Pokal auf vier Positionen um, brachte sieben Neue von Beginn an. Bis auf Keeper Esser erhielten alle Minuspunkte.

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Wie besorgniserregend ist der Darmstädter Auftritt wirklich? Viele sehen in dem Spiel einen Offenbarungseid, der den Abstieg des Liga-Außenseiters schon besiegelt. Dieser Schluss ist natürlich verfrüht, nach wie vor gibt es 33 Spiele zu gehen und viel zu analysieren. Gleichzeitig darf nicht außer Acht gelassen werden, dass Darmstadt den wohl schwächsten Bundesliga-Kader besitzt.

Möglicherweise hat sich Meier mit seiner Aufstellung verzockt. Während Antonio-Mirko Colak und Sandro Sirigu trotz einer starken Vorbereitung auf der Bank saßen, warf der ehemalige Düsseldorf-Coach Sven Schipplock und Änis Ben-Hatira in die Startelf, die erst wenige Tage zuvor zum Team gestoßen waren. Das konnte noch nicht funktionieren.

Zudem musste Meier auf zwei absolute Stützen verzichten. Neben Peter Niemeyer fiel Aytac Sulu, der 143-Punkte-Mann der Vorsaison, verletzungsbedingt aus. So wurde auch die Defensive neu zusammengeworfen. Milosevic und Höhn bildeten die Innenverteidigung, zwei Spieler, die Bundesliga-Niveau erst noch beweisen müssen.

Was kann der Kader leisten?

„Wenn wir mit so einem Kader antreten, wie er jetzt ist, können wir die weiße Fahne hissen“, äußerte sich Routinier Niemeyer vor sechs Wochen gegenüber der „Bild“. Kurz darauf relativierte der Führungsspieler seine Aussagen, entscheidend verstärkt haben sich die Lilien jedoch nicht wirklich. Wer ist der Heilsbringer? Kleinheisler? Schipplock? Ben-Hatira?

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Fürs Erste muss die Rückkehr von Sulu und Niemeyer genügend Stabilität bringen. Am 10. September folgt ein wichtiges Heimspiel gegen formstarke Frankfurter, in dem Punkte Pflicht sind. Das Defensiv-Duo hat bietet nachweislich Comunio-Potenzial und wird aller Voraussicht nach am 2. Spieltag fit sein.

Mit dem Slowenen Roman Bezjak kam kurz vor Toreschluss noch ein interessanter Stürmer, der für HNK Rijeka seit Anfang Juli schon vier Doppelpacks erzielte. Weshalb der in der Vorbereitung und im Pokal so treffsichere Colak gegen Köln nicht zum Zug kam, weiß nur Trainer Meier. Optionen hat er inzwischen jedenfalls.

Dass diese Optionen auch gut genug für die Bundesliga sind, bezweifeln viele. Bei Comunio ist Darmstadt trotz der vielen günstigen Anlagen zu einem schwierigen Pflaster geworden. Der Konkurrenzkampf läuft, Stützen wie Sulu, Niemeyer, Gondorf und Heller gibt es nur noch vereinzelt. Doch können die Leistungsträger der Vorsaison mit vielen neuen Mitspielern noch einmal liefern?

Die nächsten drei Heimspiele gegen Frankfurt, Hoffenheim und Bremen werden hierzu bereits einige Antworten geben. Vielleicht war der Start nur ein Ausrutscher und Darmstadt wird wieder der zähe Gegner der Vorsaison. Eine Stammelf muss sich erst finden, aktuell stehen zu viele Fragezeichen. Mit Lilien werden Comunio-Manager die Saison wohl nicht gewinnen.

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